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Rassismus in den USA Krasser Vorfall: Frau beschuldigt schwarzen Teenager grundlos, ihr iPhone gestohlen zu haben

Ein Vater zeigt seinem Sohn ein Video auf dem Handy
Der Vater filmte den Vorfall im Hotel mit dem Handy (Symbolbild)
© August de Richelieu / Pexels
Ein Vater war mit seinem 14-jährigen Sohn über die Weihnachtstage in einem Hotel in New York. In der Lobby schrie plötzlich eine fremde Frau den Teenager an – er soll ihr Handy gestohlen haben. Schockiert filmte der Vater der Vorfall mit.

Keyon Harrold ist 40 Jahre alt und ein berühmter Jazzmusiker, der mit dem Grammy ausgezeichnet wurde. Neben seiner eigenen Karriere spielte er schon für Superstars wie Beyoncé und Jay-Z, Rihanna, Eminem und Michael Jackson Trompete. Er ist also jemand, der mitten im Leben steht, erfolgreich ist und sich Respekt erarbeitet hat. Er ist allerdings auch – schwarz. Und dass das in den USA nach wie vor ein Problem darstellt, bekamen Harrold und sein 14-jähriger Sohn gerade schmerzlich zu spüren.

Die beiden waren über die Weihnachtstage Gäste in einem schicken Hotel in New York. Als Vater und Sohn am Morgen des 24. Dezember aus dem Aufzug in die Lobby traten, um gemütlich zu brunchen, stürmte plötzlich eine Frau ins Hotel. Sie war vielleicht Mitte dreißig, trug Leggins und Schlappen – und begann direkt, den schwarzen Teenager anzuschreien.

Die fremde Frau glaubte an Diebstahl

Ihr Vorwurf: Der Junge habe ihr iPhone gestohlen. Keyon Harrold erinnerte sich daran, die Frau vor ein paar Tagen im Hotel gesehen zu haben – bis zum 23. Dezember war sie ebenfalls Hotelgast gewesen. Jetzt nicht mehr. Dennoch schlug sich ein hinzueilender Hotelmitarbeiter sofort auf ihre Seite.

"Das ist mein Telefon", schreit die Frau und deutet auf das iPhone, das Keyons Sohn in der Hand hält. Der ist überrascht und irritiert: "Meinen Sie das ernst? Glauben Sie, es wurde nur ein solches iPhone hergestellt?" Doch die fremde Frau ist nicht zu beruhigen. "Nimm die Hülle ab! Das ist meins! Ernsthaft, gib's zurück!"

Der Vater beschützte seinen Sohn

Der Jazzmusiker stellt sich schützend vor seinen völlig überrumpelten Sohn, der Hotelmitarbeiter hält immerhin die Frau zurück, die die Arme nach dem Jungen und dem Handy ausstreckt, völlig außer sich gerät und schließlich sogar ungelenk versucht, den 14-Jährigen anzuspringen – wobei sie stolpert und zu Boden fällt. Das hält sie jedoch nicht davon ab, sofort wieder aufzuspringen und Vater und Sohn weiter verbal zu attackieren.

"Er hat mein Telefon! Er soll mir Beweise zeigen! Lasst ihn nicht davonkommen!", ruft sie. Auch der Hotelmitarbeiter fordert den 14-Jährigen auf, ihm und der aufgebrachten Frau sein iPhone zu zeigen. Doch da wird es dem Vater zu albern. Er weist den Mitarbeiter darauf hin, dass er und sein Sohn Gäste in dem Hotel sind. Außerdem seien sie gerade erst aus dem Aufzug gekommen – wann der Junge da die Gelegenheit gehabt haben sollte, der Frau ihr Handy zu stehlen, leuchte ihm nicht ein.

Ein klarer Fall von Rassismus

Es gab schlicht keinen einzigen Grund, weshalb der eingeschüchterte Teenie sein iPhone aushändigen sollte – außer, um einer irrationalen, unhöflichen und augenscheinlich rassistischen Frau einen Gefallen zu tun. Die Situation hätte vom Hotelmitarbeiter deeskaliert werden müssen, nicht von einem 14-Jährigen. Weitere fünf Minuten schimpft und schreit die fremde Frau. "Sie kratzte mich, sie schubste mich und griff nach ihm", berichtet Harrold. "Er ist ein Kind!"

Der Musiker filmte die Szene mit und teilte das Video später auf Instagram. Die krasse Szene sorgte schnell für Aufruhr. Viele Fans des 40-Jährigen forderten die betroffene Hotelkette auf, Stellung zu dem Vorfall zu beziehen. Doch außer einer sehr generellen, laschen Entschuldigung kam bisher nichts. Weder der Mitarbeiter, noch die Frau hätten sich später bei ihm oder seinem Sohn entschuldigt, sagt Keyon Harrold.

Dabei hätte es dazu jeden Grund gegeben. Denn nur wenig später, nachdem die Frau wütend davongerauscht war, kam ein Uber-Fahrer in die Lobby. Eine Dame, die er gestern hier im Hotel abgeholt hatte, hätte ihr iPhone in seinem Wagen vergessen, sagte er – und gab es an der Rezeption ab.

Quellen:  "Buzzfeed"Instagram

wt

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