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Frecher Trick Achtjährige sabotiert Zoom und drückt sich vor dem Online-Unterricht

Mädchen im Online-Unterricht vor Computer
Fürs Schuleschwänzen braucht man in der Corona-Zeit technisches Know-how (Symbolbild)
© Aleksandra Nigmatulina / Getty Images
Mit einem frechen Trick hat eine Schülerin den Online-Unterricht geschwänzt: Sie sabotierte ihren Zoom-Account – und narrte damit Eltern, Lehrer und IT-Experten. Am Ende flog die Achtjährige jedoch auf. 

Fürs Schuleschwänzen braucht man normalerweise eine gewisse Straßenschläue, schließlich dürfen weder Eltern noch Lehrer etwas davon mitbekommen. In der Corona-Zeit ist das anders: Beim Homeschooling haben die Eltern den Nachwuchs ständig im Blick. Um den Online-Unterricht zu umgehen, ist etwas technisches Know-how nötig. Wie man auch in digitalen Zeiten Schwänzen kann, hat eine ausgebuffte Achtjährige aus den USA bewiesen.

Auf Twitter hat der Unternehmer Mike Piccolo vor einigen Tagen berichtet, wie seine Nichte das Computerprogramm Zoom, über das der Unterricht ihrer Schule läuft, sabotiert hat – und sich mit einem frechen Trick wochenlang vor dem Unterricht drücken konnte. Alles begann mit einem technischen Problem: Die Schülerin konnte sich nicht mehr einloggen. Bei ihren Geschwistern hingegen funktionierte das problemlos. Die Mutter fand keine Lösung, auch am nächsten Tag konnte sich ihre Tochter nicht anmelden. Piccolos Schwester schrieb daraufhin eine ratlose Nachricht an die Schule.

Zoom funktioniert nicht: Eltern, Lehrer und IT-Experten rätseln

Doch auch dort konnten die Lehrer und IT-Experten nicht weiterhelfen. Wohl oder übel bekam das Mädchen bis auf Weiteres schulfrei. Lag es womöglich an der IP-Adresse? Um das auszuschließen, versuchte die Mutter, im Wlan einer Freundin die Anmeldung vorzunehmen. Aber auch das klappte nicht. Alles deutete auf einen seltsamen Bug in dem Programm hin. Mittlerweile waren vier Tage ins Land gegangen – Zeit, den Support von Zoom hinzuzuziehen.

Die Experten wissen jedoch ebenfalls keinen Rat. Der Account ist blockiert, weil es zu viele Anmeldeversuche mit dem falschen Passwort gab, das ergibt Sinn angesichts all der vergeblichen Versuche, die die Mutter bereits unternommen hat. Die Schule versucht daraufhin, das Problem bei der Wurzel zu packen: Der komplette digitale Klassenraum wird neu aufgesetzt, alle Schüler müssen sich neu anmelden. Ohne Erfolg. Das gilt auch für den Informatik-Lehrer der Schule, der extra zu der Familie nach Hause kommt, um sich den Computer vor Ort anzuschauen.

Sehen Sie im Video: Während digitaler Unterrichtsstunde – Schüler rühren Lehrer mit Schildern zu Tränen

Schüler

Online-Unterricht fällt aus

Die Mutter weiß sich nicht mehr zu helfen und greift zu klassischen analogen Mitteln: Sie unterrichtet ihre Tochter zu Hause mit Stift und Papier, was natürlich Stress für die ganze Familie bedeutet. Die Tage vergehen, mittlerweile nimmt das Mädchen seit drei Wochen nicht mehr am Online-Unterricht teil und lernt auch zu Hause maximal halbherzig. 

Dann startet die Mutter noch einen weiteren Versuch, im Haus ihrer Freundin. Das Mädchen kann sich einloggen, alles scheint zu klappen, da sieht die Freundin der Mutter, wie die Schülerin sich wieder abmeldet. Das Programm habe nicht richtig funktioniert und sie wolle es noch einmal probieren, sagt sie zur Begründung. Doch das Misstrauen ist geweckt.

Der Trick fliegt auf: Schülerin gab Passwort falsch ein

Heimlich beobachtet die Freundin das Mädchen. Sie sieht, wie sich das gelangweilte Mädchen nach etwa einer Stunde Unterricht erneut ausloggt – und ihr Passwort etwa 20 Mal falsch eingibt. Der Trick der Achtjährigen ist aufgeflogen: "Meine Nicht hatte herausgefunden, dass Zoom den Account für eine bestimmte Zeit blockiert, wenn man sein Passwort falsch eingibt." Genau das hatte sie heimlich immer wieder getan. Je mehr Anmeldeversuche fehlschlagen, desto länger bleibt das Konto unzugänglich.

Der Schülerin hat sich diese Funktion zunutze gemacht, um einige Wochen schulfrei für sich herauszuschlagen. Dafür gab es im Nachhinein sicherlich Ärger mit Eltern und Lehrern, er sei aber dennoch stolz auf seine Nichte, schrieb Mike Piccolo auf Twitter – und hoffte, die Achtjährige möge ihre Computerkenntnisse später für eine gute Sache einsetzen: "Sonst haben wir ein Problem."

Quelle: Mike Piccolo auf Twitter

epp

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