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Kleinste Schule Deutschlands: Solo für Sven

Die Schule auf der Hallig Nordstrandischmoor bei Husum dürfte die kleinste des Landes sein - der Siebtklässler Sven Glienke ist dieses Jahr mit seinem Lehrer ganz allein.

Für Zehntausende von Jungen und Mädchen in Schleswig-Holstein hat nach sechs Wochen Sommerferien am Montag die Schule wieder begonnen. Einem aber steht ein ganz besonderes Schuljahr bevor: Sven Glienke ist auf Nordstrandischmoor (Kreis Nordfriesland) einziger Schüler seines Lehrers Henning Schlüter. Damit dürfte die Schule auf der Hallig im schleswig-holsteinischen Wattenmeer die kleinste Deutschlands sein.

Svens bisheriger Schulkamerad Nommen hat den Hauptschulabschluss geschafft und wechselt auf eine Schule auf dem Festland. Der 13-Jährige selbst ist in die siebte Klasse versetzt worden. Deutsch, Mathematik und Englisch stehen am ersten Schultag auf dem Stundenplan, berichtet Henning Schlüter: "Für uns gelten genau dieselben Lehrpläne wie auf dem Festland."

Stärken und Schwächen berücksichtigen

Was aber die Ausgestaltung des Unterrichts angeht, hat er in seiner Zwergschule "ganz andere Möglichkeiten", schwärmt der Lehrer: Er könne den Unterricht wesentlich interessanter gestalten, sich auf den Schüler und dessen Bedürfnisse intensiv einstellen. Darum sei der Lehrstoff auch nicht etwa schneller durchgearbeitet als in einer größeren Klasse. Schlüter: "Das ist ja gerade das Schöne, dass man hier Zeit hat, auf Stärken und Schwächen einzugehen." "Für mich ist das ein Traumjob", betont der 36-jährige Pädagoge.

Mit dem Traktor in die Schule

Für den aus Neumünster stammenden Lehrer, der sich aus Liebe zur Nordsee vor vier Jahren gleich nach dem zweiten Staatsexamen für eine Hallig-Stelle beworben hat, beträgt der Weg zur Schule nur wenige Schritte: Das Schulhaus auf der Warft (Erdhügel zum Schutz vor Sturmfluten) nahe dem historischen Halligfriedhof beherbergt seine Wohnung und den Unterrichtsraum. Dort arbeitet er mit Sven entweder gemeinsam am Tisch oder auch schon mal an Tafel und Pult - "wie es gerade passt".

Morgens um acht verlässt der Siebtklässler die Gastwirtschaft seiner Eltern. Die Strecke zur Schule legt er je nach Wetter per Fahrrad, Trecker oder Mofa zurück. "Je nachdem, wie windig es ist", sagt der 13-Jährige.

Wer spielt jetzt gegen Sven Fußball?

Für den Unterrichtenden habe diese Intensivbetreuung mehr Vorteile als für den Schüler, spekuliert Henning Schlüter. So müsse sich der "Fußball-verrückte" Sven im Sportunterricht mit seinem Lehrer als Ballgegner begnügen. In den 27 Schulstunden pro Woche würden alle Fächer unterrichtet - bis auf Musik. "Das ist das einzige Fach, das ich nicht kann, aber dafür nimmt Sven Musikunterricht", sagt Schlüter.

Der blonde Halligjunge allerdings freut sich nach eigenen Angaben auf die Zeit der Sonderbehandlung. "Das wird bestimmt viel für mich bringen", sagt er. Denn mit der Konzentration hapere es bei ihm manchmal, bekennt er selbstkritisch. Dem Lehrer allein gegenüber, "kann ich eigentlich gar nicht mehr abgelenkt sein."

Nach der neunten Klasse aufs Festland

Drei Jahre Schule hat Sven Glienke noch vor sich. Nach der neunten Klasse muss er allerdings auf Festland - dort sind die Lehrstellen und die weiterführenden Schulen. Vom nächsten Jahr an wird er allerdings wohl auch in der Zwergschule nicht mehr allein sein: Dann steht auf Nordstrandischmoor die Einschulung eines weiteren Halligkindes an - bis jetzt kommt das Mädchen nur zwei Mal die Woche zum Vorschulunterricht vorbei.

DPA

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