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Lehramtsstudenten: Ein Guss vom Kultusministerium

Mehr Praxis, mehr Service und drei statt bisher zwei Studienfächer - Baden-Württemberg versucht, seine Lehrer besser auf die Schule vorzubereiten. Eine Ausbildung "aus einem Guss", sagt die Kultusministerin.

In Baden-Württemberg ist die Lehrerbildung reformiert worden. Studium, Referendariat, Fortbildung seien nun "aus einem Guss", sagte Kultusministerin Annette Schavan (CDU) in Stuttgart. Die Ausbildung sei breiter und Praxis orientierter geworden. Eine kontinuierliche berufsbegleitende Fortbildung schließt sich an. Gewisse Teile der Fortbildung sollen für die Lehrer zur Pflicht werden, kündigte Schavan zudem an.

Zur neuen Lehrerbildung gehört zum Beispiel, dass vom Wintersemester 2003/4 Lehreramtsstudenten an den Pädagogischen Hochschulen nicht mehr nur zwei, sondern drei Fächer studieren müssen. Interdisziplinäres Lernen soll durch Fächerverbünde gestärkt werden, Basiskompetenz in Deutsch und Mathematik müssen - wie ja nachher auch ihre Schüler - alle Studenten erreichen.

Pflicht-Praxissemester kommt gut an

An den Universitäten ist bereits 2001 das Praxissemester als Pflicht eingeführt worden. 1200 Frauen und Männer werden im kommenden Schuljahr 13 Wochen in den Klassenzimmern studieren, schon drei Mal so viele wie im vergangenen Schuljahr. Diese frühzeitige Überprüfung der Berufsentscheidung werde sehr positiv bewertet, berichtete die Kultusministerin.

Insgesamt wird im Studium eine stärkere Betonung auf Erziehungswissenschaften gelegt: Das Volumen in Pädagogik wurde verdoppelt und ein ethisch-philosphisches Grundlagenstudium, in dem sich die künftigen Lehrer mit Fragen der ethischen Dimension des jeweiligen Faches und Berufes auseinandersetzen, neu aufgenommen.

Angebote an den Bedürfnissen der Studenten ausrichten

Um die berufsbezogenen Studienanteile zu koordinieren und den Studenten mehr Unterstützung zu bieten, werden an den Universitäten Zentren für Lehrerbildung eingerichtet. Sie sollen auch dafür sorgen, dass die Ausbildungsangebote der Universitäten noch stärker an den Bedürfnissen der Lehramtsstudenten ausgerichtet werden. "Vom Beginn der Studienentscheidung über Studium und Vorbereitungsdienst bis zum Berufseinstieg werden junge Lehrkräfte intensiver begleitet", erklärte Schavan. Als Modellversuch werden an Fachhochschulen und den Pädagogischen Hochschulen zum kommenden Wintersemester neue Studiengänge für Gewerbelehrer mit Masterabschluss eingerichtet.

Auch in der Lehrerfortbildung habe ein Paradigmenwechsel stattgefunden: "Früher hat sich die Seminarauswahl an den Wünschen der einzelnen Lehrer orientiert, nun geht es darum, was die Schule als Ganzes an Fortbildungsbedarf hat." Zwei Drittel der Seminare finden in der unterrichtsfreien Zeit statt.

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