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Lehrerbildung: Kein zweites Pisa

Ein zweites Pisa-Trauma soll es nicht geben: In Kiel wird deshalb ein Zentrum für Lehrerausbildung aufgebaut. Wichtigste Maßnahme ist zunächst die Umschulung der Lehramtsbildung auf Bachelor- und Masterstudiengänge.

Die Kieler Universität baut ein neues Zentrum für Lehrerbildung auf. Die neue Einrichtung werde sich vor allem der Reform des Lehramtsstudiums, des Unterrichts, der Lehr- und Lernforschung sowie der Beratung von künftigen Lehrern widmen, teilte der Prorektor der Christian-Albrechts-Universität (CAU), Prof. Jürgen Bähr, am 22. Juli mit. Vordringlich sei dabei die Umstellung der Lehramtsausbildung auf Bachelor- und Masterabschlüsse. Nach den Vorgaben des schleswig-holsteinischen Kultusministeriums soll diese Reform bis zum Wintersemester 2005/06 umgesetzt werden.

Erhöhter Ausbildungsbedarf

Das bisherige Zentrum für Lehrerbildung wurde vor zwei Jahren an der CAU gegründet. Mittlerweise gebe es jedoch einen erhöhten Ausbildungsbedarf, der einen Aus- und Umbau erfordere, sagte Bähr. Aufgabe des neuen "Zentrums für Lehrerbildung und Unterrichtsforschung" sei wie bisher eine Vermittlung von Praxisplätzen für künftige Lehrer an den Schulen. Neu sei eine spezielle Beratung der Studenten. "Eine weitere Säule ist uns vom Kultusministerium vorgegeben - die Umstellung der bisherigen Ausbildung auf Bachelor- und Masterstrukturen", erklärte Bähr. Weitere Schwerpunkte der künftigen Ausbildung seien eine unterrichtsbezogene Forschung, bei der es beispielsweise um zweisprachigen Unterricht oder die Begabtenförderung geht, sowie eine Weiterbildung von Lehrern.

Der geschäftsführende Direktor des Zentrums, Prof. Gerd Walther, wies in diesem Zusammenhang auf die Probleme der Entwicklung von Bachelor- und Masterstudiengängen für das Lehramt hin. "Das ist für unsere Universität eine große Herausforderung, da wir das Konzept bis zum Wintersemester 2005/06 umgesetzt haben müssen". Schwierig sei noch, die neuen Studiengänge für das Lehramt mit den bisherigen "alten akademischen Studiengängen" abzustimmen. Bähr und Walther appellierten an die Kultusminister, nicht noch mehr verschiedene Modelle einer Bachelor- und Masterausbildung zu testen, sondern ein einheitliches Konzept vorzulegen. "Wir brauchen jetzt eine politische Entscheidung", forderte Bähr.

Viele Vorteile

Die Abschlüsse Bachelor und Master wurden 1998 mit der Novellierung des Hochschulrahmengesetzes in Deutschland eingeführt. Eines der Ziele war, die Attraktivität der deutschen Hochschulen für Studenten aus dem Ausland zu erhöhen. Beide Abschlüsse bieten aus Sicht ihrer Befürworter viele Vorteile: Das Studium ist gestrafft, der Start in den Job wird früher als bisher ermöglicht. Mit dem Bachelor kann bereits nach drei Jahren ein erster berufs- qualifizierenden Abschluss erworben, nach zwei weiteren Jahren kann der Master gemacht werden.

DPA / DPA
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