Unternehmenserklärung Karriereversprechen mit Bachelor-Abschluss


In einer gemeinsamen Erklärung versprechen führende deutsche Unternehmen Hochschul-Absolventen mit Bachelor- und Master-Abschlüssen attraktive Einstiegs- und Karrierechancen.

In einer am 7. Juni in Berlin von den Personalvorständen der Firmen und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft veröffentlichten Erklärung werden zugleich Anforderungen der Wirtschaft an die Inhalte der neuen Studiengänge formuliert. Ziel ist es, die Umstellung von den traditionellen Magister- und Diplomstudiengängen auf das europaweit vereinbarte neue System zu forcieren.

In der Erklärung äußern sich die Unternehmen überzeugt davon, dass mit entsprechend konzipierten Bachelor- und Master-Studiengängen eine Qualifizierung erreicht werden kann, "die es den Absolventen ermöglicht, bei entsprechender Leistung und geeignetem Persönlichkeitsprofil verantwortliche Tätigkeiten zu übernehmen". Bachelor-Absolventen sollten "attraktive Einstiegschancen" erhalten. Unterstützt durch betriebliche und externe Weiterbildung, würden ihnen Entwicklungsmöglichkeiten in Fach- und Führungsfunktionen eröffnet.

15 deutsche Top-Unternehmen unterstützen die Aktion

Damit sich der Bachelor als berufsbefähigender Regelabschluss etablieren könne, müssten Absolventen "das Kernwissen ihrer Disziplin beherrschen und darüber hinaus über wichtige methodische und soziale Schlüsselkompetenzen verfügen", heißt es in der Erklärung. Dass einige Berufe Anforderungen stellten, die ein Master-Studium erforderlich machten, ändere an diesem Grundsatz nichts. Auch dürfe das Master-Studium nicht durch politisch festgelegte Übergangsquoten begrenzt werden.

Zu den 15 Erst-Unterzeichnern der Erklärung gehören die Deutsche Bahn AG, die Bertelsmann AG, BMW, die Deutsche Telekom und die Allianz. Weitere Unternehmen haben nach Angaben von Stiftungsratschef Arend Oetker ihre Unterschrift angekündigt.

Deutschland hat sich politisch verpflichtet

Deutschland hat sich zusammen mit 39 anderen europäischen Staaten politisch verpflichtet, bis 2010 einen dreistufigen Studienzyklus einzuführen mit dem Bachelor als erstem Regelabschluss, dem Master als nachfolgendem Aufbaustudium und einer strukturierten Doktoranden-Ausbildung. Angestrebt werden damit eine Verkürzung der Studiendauer, jüngere Absolventen, mehr Praxisbezug, Absolventen mit überfachlichen Schlüsselqualifikationen, eine bessere Mobilität und Internationalität in der Ausbildung sowie mehr Transparenz bei Qualität und Inhalten des Studiums.

Nach Angaben Oetkers sind in Deutschland erst zehn Prozent des gesamten Studienangebotes auf die neuen Abschlüsse umgestellt worden. Zudem würden für die meisten Fächer neben den neuen auch noch die alten Studiengänge angeboten, was die Studienbewerber verunsichere.

DPA

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