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Nachwuchssorgen: Lehrermangel in zehn Jahren

In zehn Jahren werden knapp 45.000 Lehrer in Deutschland fehlen. Grund: Im kommenden Jahrzehnt wird rund die Hälfte der Pädagogen frühzeitig in Pension gehen.

Knapp 45.000 Lehrer werden im Jahr 2015 in Deutschland fehlen. Das berichtet das Magazin "Junge Karriere" unter Berufung auf eine aktuelle Hochrechnung der Kultusministerkonferenz. Nicht berücksichtigt ist dabei zusätzlicher Pädagogenbedarf durch den Ausbau von Ganztagsbetreuung an Schulen, so dass der reale Bedarf noch deutlich höher liegen kann.

Grund für den künftigen Lehrermangel: Im kommenden Jahrzehnt wird rund die Hälfte der Pädagogen - oft vorzeitig - in Pension gehen. Die deutschen Lehrerkollegien sind mit einem Durchschnittsalter von mehr als 47 Jahren wesentlich älter als ihre Kollegen in den meisten Nachbarländern. 21 Prozent der Lehrer an Allgemeinbildenden Schulen sind derzeit älter als 55 Jahre. Fast 43 Prozent sind zwischen 45 und 55 Jahren. An Berufsschulen ist die Lage noch dramatischer: Dort sind heute bereits 22,4 Prozent der Lehrer älter als 55 Jahre.

Quereinsteiger aus der Wirtschaft gefragt

Der Nachwuchsmangel betrifft nicht alle Schulen gleichermaßen. An Gymnasien und Grundschulen sowie in Ostdeutschland ist der Bedarf auch in Zukunft weitgehend gedeckt. Berufsschulen, Real- und Hauptschulen im Westen dagegen sind schon heute unterversorgt.

Genug Absolventen, um die drohende Lücke in den kommenden Jahren zu stopfen, wird es allerdings nicht geben. "Daher bieten Schulen derzeit für Quereinsteiger aus der Wirtschaft gute Jobchancen", erklärt Jörn Hüsgen, Chefredakteur Junge Karriere. Manfred Bausch von der Bundesagentur für Arbeit beobachtet bereits ein wachsendes Interesse am Seiteneinstieg in die Schule: "Wenn Entlassungen und Kürzungen Tagesordnung sind, wird ein Gehalt nach Bundesangestelltentarif wieder attraktiv." Anders als im regulären Referendariat bekommen die berufserfahrenen Quereinsteiger meist je nach Alter und Familienstand zwischen 3000 und 4000 Euro brutto monatlich, plus die Aussicht auf eine spätere Verbeamtung und höhere Gehaltsstufen.

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