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Neue Studie: Deutsche fürchten Preisanstieg und Terror

Der Wirtschaftsaufschwung hebt die Laune der Deutschen. Dennoch bleibt eine der Hauptsorgen die stetig steigenden Lebenshaltungskosten. Doch es gibt auch andere Dinge, die wir fürchten.

Der Wirtschaftsaufschwung stimme die Deutschen zuversichtlich. "Seit dem vergangenen Jahr sind die wirtschaftlichen Sorgen am stärksten gesunken, vor allem in den neuen Bundesländern", fasst Rita Jakli von der R+V Versicherung, die Ergebnisse der diesjährigen Studie "Die Ängste der Deutschen 2007" zusammen. Außerdem zeigt sich im Westen eine neue Entwicklung: Die Angst vor Naturkatastrophen hat kräftig zugenommen. Angesichts verheerender Stürme, Dürre und Überschwemmungen ist dieses Thema im Gesamtranking aller 16 Ängste sogar von Platz sechs auf Platz zwei vorgerückt - 59 Prozent aller Deutschen fühlen sich von Naturkatastrophen bedroht.

Angst vor Krankheiten und Pflegefall

Übertroffen wird diese Angst nur von der Sorge um steigende Lebenshaltungskosten: 66 Prozent der Deutschen haben Angst vor steigenden Preisen. Seit Einführung des Euro im Jahr 2002 beschäftigt dieses Thema die Deutschen am meisten.

Persönliche Sorgen rangieren im Gesamtvergleich auf Platz drei und vier: Jeder zweite Bundesbürger befürchtet, im Alter pflegebedürftig zu werden oder schwer zu erkranken. "Hier kommt die Sozialpolitik ins Spiel", meint Professor Dr. Manfred Schmidt, Politologe an der Universität Heidelberg und Berater der R+V. "Lange Zeit haben die Deutschen erwartet, dass der Staat sich mit seiner Sozialpolitik ihrer Sorgen annimmt. Darüber haben sie die Eigenvorsorge vernachlässigt. Jetzt registrieren die Bürger jedoch, dass die Sozialpolitik keine Rundumversorgung leisten kann und sie befürchten zu Recht finanzielle Einschränkungen im Alter und im Pflegefall." Und auch die Furcht vor Terror steigt wieder an: Mit plus neun Prozentpunkten hat diese Angst 2007 in Deutschland am stärksten zugenommen.

Zum 17. Mal hat das R+V-Infocenter 2007 in einer repräsentativen Studie rund 2400 Bürger in Deutschland nach ihren größten Ängsten befragt. Das Ergebnis: Die Ängste sind gegenüber dem Vorjahr insgesamt leicht gesunken. Die wirtschaftliche Großwetterlage wirkt sich offensichtlich auch auf das Angstniveau der Deutschen aus: Steigt die Konjunktur, so sinken die wirtschaftlichen Sorgen. Erstmals liegen die Ängste in Ost und West annähernd auf gleichem Niveau - jedoch kennzeichnen diese Annäherung völlig verschiedene Entwicklungen.

Weniger wirtschaftliche Ängste im Osten

Die Bürger in den neuen Bundesländern machen sich wesentlich weniger Sorgen um die wirtschaftliche Lage als noch 2006. So sinkt im Osten die Angst vor einem Anstieg der Arbeitslosenquote um 23 Prozentpunkte, die Furcht vor der Verschlechterung der Wirtschaftslage um 19 Prozentpunkte. Auch der Spitzenreiter Lebenshaltungskosten ging um neun Prozentpunkte zurück, bleibt allerdings mit 73 Prozent auf sehr hohem Niveau. Trotz dieses deutlichen Rückgangs erreichen die wirtschaftlichen Ängste hier noch immer höhere Werte als im Westen.

Insgesamt betrachtet sind im Osten jedoch erstmals alle Ängste gesunken. Nur noch 45 Prozent der Bürger in den neuen Bundesländern machen sich große Sorgen um ihre Zukunft - 2006 waren es 55 Prozent. "In den neuen Bundesländern sind die wirtschaftlichen Sorgen nach wie vor groß. Doch Konjunkturaufschwung und besseres Wirtschaftsklima haben dort die Wirtschaftsängste spürbar vermindert", erklärt der Politikwissenschaftler Schmidt.

Im Westen steigt Furcht vor Naturkatastrophen und Terror

Im Westen zeigt sich derweil ein anderer Trend: Die Sorgen um die Umwelt sowie die Furcht vor Terroranschlägen rücken in den Fokus. 60 Prozent haben Angst vor Naturkatastrophen - sie ist damit auf Platz zwei aufgestiegen. Mit einem Plus von elf Prozentpunkten hat die Furcht vor Terroranschlägen im Westen am stärksten zugenommen. Dieses Problem beschäftigt heute über die Hälfte aller Bürger im Westen. Dagegen ist die Furcht vor einer steigenden Arbeitslosenquote mit 44 Prozent von Platz drei auf Platz neun abgerutscht.

Und nur noch 47 Prozent der Bürger im Westen machen sich große Sorgen um die Konjunktur. 2006 waren es noch 58 Prozent. Doch anders als bei den Menschen im Osten der Republik kommen im Westen viel größere Sorgen um die Umwelt hinzu. So genannte "Grüne Themen" sind hier seit den 1980er Jahren viel präsenter als im Osten Deutschlands.

Schlechte Schulnoten für Politiker

Mit dem Anziehen der Konjunktur und dem Rückgang der wirtschaftlichen Ängste in Ost und West geht auch eine bessere Beurteilung der Politiker einher: Nur noch rund die Hälfte der Bundesbürger befürchtet, die Volksvertreter seien mit ihrer Aufgabe überfordert. 2006 beklagten sich noch 63 Prozent über die Politiker.

Gut ist das Zeugnis, das die Bürger den Politikern ausstellen jedoch noch lange nicht. Die Befragten konnten ihnen erstmals für ihre Arbeit eine Schulnote geben. Fast jeder zweite bewertet die Arbeit der Volksvertreter mit mangelhaft oder ungenügend. Lediglich vier Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, dass die Politiker die Note "gut" verdienen. Im Durchschnitt erhalten sie die Note 4,4.

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