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Ölpreise: Urlaubsfahrten werden teurer

Die politischen Spannungen im Nahen Osten wirken sich auf den Ölpreis aus. Das wirkt sich auch auf die Benzinpreise aus. Zum Beginn der Urlaubssaison wird sich das auch an den Tankstellen bemerkbar machen.

Die politischen Spannungen der vergangenen Tage haben den Ölpreis auf neue Rekordstände getrieben. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI kletterte bis auf 75,78 US-Dollar. Das sind 38 Cents mehr als der Höchststand vom vergangenen Mittwoch. Auch an der Rohstoffbörse in London übertraf der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent am Nachmittag erstmals die Marke von 75 Dollar. Im Vergleich zu seinen Tiefständen 1999 hat sich der Ölpreis in den vergangenen Jahren damit versiebenfacht.

Die Tendenz auf dem Rohstoffmarkt treibt den deutschen Benzinpreis in die Höhe. Laut Aral kostete ein Liter Super heute morgen im Schnitt 1,37 Euro, ein Liter Diesel 1,15 Euro. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hält beim Ölpreis bereits in der kommenden Woche das Erreichen der 80-Dollar-Marke je Barrel für möglich. Dies würde den Preis für einen Liter Superbenzin auf rund 1,50 Euro treiben.

Wirbelstürme und internationale Spannungen

Gründe für den Anstieg sind die Spannungen in Asien nach den nordkoreanischen Raketentests und die Sorge vor einer Eskalation im Atomstreit mit dem Iran. Iran - dessen geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei gedroht hat, im Atomstreit Öl als Druckmittel einzusetzen - verfügt nach Saudi-Arabien über die weltweit zweitgrößten Ölreserven. Sollte der Iran den Ölhahn zudrehen, könnte das Fass Öl nach Einschätzung von Experten rasch mehr als 100 Dollar kosten.

Der Verlauf der Wirbelsturmsaison in den USA hat ebenfalls Einfluss auf den Ölpreis. Im vorigen Jahr hatte der Wirbelsturm "Katrina" für wochenlange Produktionsausfälle bei zahlreichen Förderanlagen und Raffinerien im und um den Golf von Mexiko gesorgt.

Hinzu kommt die traditionell starke Benzinnachfrage in den USA zur Ferienzeit. Dort ist der Benzinverbrauch trotz der hohen Preise um 1,4 Prozent gestiegen. US-Bürger lassen sich trotz hoher Spritkosten nicht vom Autofahren abhalten. Die USA sind der größte Energieverbraucher der Welt, seit Wochenbeginn läuft dort die sommerliche Urlaubssaison.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters

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