Schule Streetworker gegen Schulschwänzer


In Bayerns Ballungsgebieten ist das Schulschwänzen zu einem ernsten Problem geworden. Grund: ausbleibende Erfolgserlebnisse und Angst vor schulischen Misserfolgen.

In Bayerns Ballungsgebieten ist das Schulschwänzen nach Angaben des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) zu einem ernsten Problem geworden. Hintergrund seien bei vielen Schülern ausbleibende Erfolgserlebnisse und die Angst vor schulischen Misserfolgen, sagte BLLV-Präsident Albin Dannhäuser in einem dpa-Gespräch. "Ein erfolgreiches Kind geht gerne in die Schule", erklärte er. Bei Schulschwänzern handle es sich oft um ältere Schüler mit einer schon "verkorksten Schulkarriere".

Die meisten Schulschwänzer halten sich in Kaufhäusern oder Spielhallen auf, sagte Dannhäuser. Für diese Schüler sei die Gefahr groß, auf die schiefe Bahn zu geraten. Deshalb sollten mehr pädagogisch geschulte Streetworker eingesetzt werden. Dannhäuser: "Wir brauchen für Schulschwänzer mehr pädagogisches Personal und weniger Polizei." Schüler mit einem Durchhänger dürften nicht auf den "Ziffernwert" ihrer schlechten Noten reduziert und als Außenseiter stigmatisiert werden. Hier habe die Schule noch Defizite, gerade problematische Schüler ebenso innerlich anzunehmen.

Dannhäuser befürwortet die Verständigung der Eltern von Schulschwänzern über SMS. Jede Schule habe die Pflicht, vom Unterricht fern bleibende Schüler binnen 15 Minuten nach Schulbeginn den Eltern zu melden. "Schulschwänzen ist kein Kavaliersdelikt", sagte der Lehrerpräsident. Meist lägen Probleme vor, um die sich Eltern und Lehrer gemeinsam kümmern müssten. Richtige Hilfe bei schulischen Problemen sei als Prävention gegen Schulschwänzen wichtiger als der Einsatz der Polizei. Dannhäuser: "Die Polizei kann der Feuerlöscher sein, aber dadurch wird der Brandherd noch nicht entdeckt."


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