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Sparmaßnahmen: So lassen sich Heizkosten drosseln

Viele Mieter sehen der Betriebskostenabrechnung mit bangen Gefühlen entgegen. Aus Angst vor saftigen Nachzahlungen wird dann zu drastischen Sparmaßnahmen gegriffen, auch wenn darunter die Wohnbehaglichkeit leidet. Ein bewusster Umgang mit der Heizung kann da helfen.

Die ständig steigenden Heizkosten veranlassen annähernd 90 Prozent der deutschen Haushalte zu bewussten Sparmaßnahmen. Dass darunter die Wohnbehaglichkeit eingeschränkt wird, nehmen dabei über 40 Prozent in Kauf. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Immobilienportals Immowelt. Doch trotz aller Einsparung sehen viele Mieter der Betriebskostenabrechnung mit einem bangen Gefühl entgegen. Oft werden saftige Nachzahlungen fällig. Bestandsmieter können nicht viel dagegen tun. Sie müssen zunächst mit den Energieversorgern vorlieb nehmen, die ihr Vermieter unter Vertrag hat. Denn die meisten Mehrfamilienhäuser werden über eine zentrale Heizung mit Wärme versorgt. Der Vermieter rechnet die Heizkosten einmal im Jahr mit den Mietern ab.

Vermieter müssen günstigen Anbieter wählen

Vermieter müssen allerdings bei der Auswahl ihrer Lieferanten auf ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis achten, urteilte der Bundesgerichtshof. Sie sind grundsätzlich verpflichtet, bei der Wärmeversorgung einen günstigen Anbieter auszusuchen (AZ: VIII ZR 243/06). Dieses Gebot der Rücksichtnahme auf die Interessen des Mieters sei eine vertragliche Nebenpflicht des Vermieters, so die Richter. Aber er muss nicht ständig den Markt überwachen und braucht langjährige Vertragsbeziehungen nicht aufzugeben, um kurzfristig zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

Neumieter haben die Möglichkeit, sich über die zu erwartenden Betriebskosten zu informieren, bevor sie den Mietvertrag unterschreiben. Das ist auch dringend nötig, denn oftmals werden in Immobilienanzeigen geschönte Angaben dazu gemacht. Ratsam ist es, ruhig einmal in der Nachbarschaft nachzufragen, was dort gezahlt wird. Ab Mitte 2008 können sich Interessenten zusätzlich auch den Energieausweis des Gebäudes zeigen lassen, um sich einen Überblick über dessen energetischen Zustand zu verschaffen.

Neben Verbrauch auch Wohnfläche entscheidend

Bei der Abrechnung der Betriebskosten sollten Mieter alle Posten aufmerksam durchgehen, rät die Stiftung Warentest. Denn der Teufel steckt im Detail. So muss der Vermieter bei einer Zentralheizung mindestens 50 und höchstens 70 Prozent der Heizkosten nach dem Verbrauch abrechnen. Die restlichen 30 bis 50 Prozent kann er nach Wohnfläche umlegen.

Dabei kommt es nach einem neuen Urteil des BGH nicht unbedingt auf die tatsächliche Größe der Wohnung an. Abrechnungsmaßstab ist die im Mietvertrag vereinbarte Wohnfläche. Ist die Wohnung kleiner, spielt das keine Rolle, so lange die Flächenabweichung unwesentlich ist und nicht mehr als zehn Prozent beträgt (AZ: VIII ZR 261/06). Den Anteil an Heizkosten für leer stehende Wohnungen darf der Vermieter nicht auf die übrige Mieterschaft umlegen, sondern er muss ihn selbst tragen.

Betriebskostenspiegel gibt Durschnittswerte an

Um eine verbrauchsabhängige Abrechnung zu ermöglichen, kann der Mieter vom Vermieter verlangen, dass er entsprechende Erfassungsgeräte einbauen lässt. Allerdings darf der Vermieter dann elf Prozent der Investitionskosten auf die Jahresmiete draufschlagen.

Ein Blick in den Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes (DMB) zeigt Mietern, ob sich ihre individuellen Kosten im Durchschnitt bewegen. Fällt das Ergebnis negativ aus und müssen Mieter unverhältnismäßig mehr zahlen als in vergleichbaren Wohnungen, sollten sie mit dem Vermieter über energiesparende Modernisierungsmaßnahmen reden.

Teil der Modernisierungskosten müssen gezahlt werden

Laut Stiftung Warentest rechnet sich das gerade in vielen Fällen bei steigenden Energiepreisen. Zwar können auch hier die Modernisierungskosten zu elf Prozent auf die Mieten umgelegt werden. Doch die Einsparungen beim Energieverbrauch können dies rasch wettmachen.

Reiner Fischer/DDP / DDP

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