Telekom-Streik Tausende Aufträge bleiben liegen

Seit fast zwei Wochen streiken nun schon die Mitarbeiter der Telekom. Für deren Kunden bedeuten das längere Wartezeiten auf einen neuen Telefonanschluss oder bei Anrufen der Service-Hotlines.

Eineinhalb Wochen nach dem Beginn des Arbeitskampfes bei der Deutschen Telekom werden die Folgen der Streikaktionen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi für die Kunden immer stärker spürbar. Bei Deutschlands größtem Telekommunikationskonzern stapelten sich inzwischen einige zehntausend liegen gebliebene Aufträge. Das betreffe Neuinstallationen ebenso wie Entstörungen, berichtete ver.di-Sprecher Jan Jurczyk. Auch die Service-Hotlines seien oft nur noch schwer erreichbar. Auch das Unternehmen selbst räumte Verzögerungen bei der Auftragsabwicklung ein.

Am Dienstag befanden sich nach Angaben der Gewerkschaft erneut rund 15.000 Telekom-Mitarbeiter im Streik. Mit Aktionen in ähnlichem Ausmaß sei auch am Mittwoch zu rechnen, sagte der Gewerkschaftssprecher. Signale für eine Annäherung der beiden Tarifparteien gab es noch nicht. "Es gibt keinen Hinweis auf einen neuen Gesprächstermin", meinte Jurczyk. Verdi-Vorstand Lothar Schröder bekräftigte unterdessen im Deutschlandradio Kultur die Entschlossenheit der Gewerkschaft an: "Bis die Telekom einlenkt, wird weiter gestreikt." Die Gewerkschaft warte auf ein Entgegenkommen des Unternehmens.

Frauen der Streikenden werden angerufen

Schröder warf dem Unternehmen vor, erheblichen Druck auf die Mitarbeiter auszuüben. "Wir erleben, dass selbst die Frauen der Mitarbeiter Zuhause angerufen werden." Dabei werde damit gedroht, dass der Mann Gefahr laufe, seine Arbeit zu verlieren, wenn er nicht zu seinem Arbeitsplatz zurückkehre. "Das hat nichts mehr mit einem fairen Austragen von Tarifauseinandersetzungen zu tun", schimpfte der Gewerkschafter.

Auch bei den bei der Telekom beschäftigten Beamten stößt das Unternehmen mit seinen Ausgliederungsplänen auf Schwierigkeiten. Eine Unternehmenssprecherin sagte, rund 15.000 Beamte hätten nach dem Erhalt eines Informationsschreibens zu den geplanten Änderungen Widerspruch angemeldet oder erklärt, noch offene Fragen zu haben. Der am 11. Mai eingeleitete Streik richtet sich gegen die geplante Auslagerung von 50.000 Stellen bei der Festnetzsparte T-Com in rechtlich eigenständige T-Service-Gesellschaften. Dort sollen die Mitarbeiter neun Prozent weniger verdienen und künftig 38 statt 34 Stunden pro Woche arbeiten.

AP AP

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