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Viel Zeit fürs Tier: Homeoffice mit Hund: Hundezüchter melden riesige Nachfrage nach Welpen

In der Coronakrise sind viele Menschen ständig zu Hause. Die perfekte Zeit, um sich einen Hund anzuschaffen? Züchter können die starke Nachfrage derzeit kaum bedienen. Doch der Trend birgt Gefahren.

Ein schwarzer Labrador-Welpe schaut in die Kamera

Ein Labrador-Welpe. Ist jetzt die richtige Zeit, einen Hund bei sich zu Hause einzugewöhnen? Tiefreunde sollten sich genau überlegen, ob sie auch nach der Coronakrise genug Zeit haben für den neuen Kumpel.

DPA

Homeoffice, Kurzarbeit - Zeit für einen jungen Hund? Viele Menschen nutzen offenbar die Coronakrise, um sich einen Welpen anzuschaffen. "Es gibt Nachfrage ohne Ende", sagt Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen, dem Dachverband der Hundezüchter. Einige Züchter berichteten ihm von Wartelisten im dreistelligen Bereich für einzelne Würfe. Insbesondere Labradore oder Golden Retriever stünden hoch im Kurs. Aber auch bei Rassen, die sonst nicht so stark nachgefragt sind, seien viele Welpen schon vermittelt, bevor sie überhaupt auf der Welt seien.

"Welpen müssen andauernd bekaspert werden. Die ersten sechs Wochen in der Aufzucht sind die anspruchsvollsten", erklärt Kopernik. Da sei es nachvollziehbar, dass sich viele gerade in Zeiten des Homeoffice oder mobilen Arbeitens für einen Hund entschieden. "Wenn der mir in den ersten Wochen ins Homeoffice pinkelt, dann ist das nicht so schlimm, wie wenn er das im Büro tun würde." Und gerade in Zeiten der sozialen Isolation sei ein Hund ein guter Partner im Alltag.

Grenzen dicht - illegaler Welpenhandel gestoppt

Die verstärkte Nachfrage bei Züchtern erklärt sich Kopernik aber auch durch einen weiteren Effekt: Durch die Schließung der Grenzen in Richtung Osteuropa sei der teils illegale Welpenhandel weggefallen. Außerdem könnten Tierheime derzeit nur eingeschränkt Hunde vermitteln.

Tierschützer mahnen aber, sich Gedanken darüber zu machen, wie der Alltag nach der Coronazeit aussehen wird. Denn dann sind viele Menschen nicht mehr den ganzen Tag zu Hause – für das Tier eine deutliche Umstellung. So berichtete die "Hessenschau" Anfang des Monats über vermehrte Anfragen bei Tierheimen. Manche Menschen wollten sich sogar für die Coronazeit ein Tier ausleihen, sagte die Leiterin des Frankfurter Tierheims, Sabine Urbainsky. Tierheime leihen ihre Schützlinge nicht aus, betonte die Tierhem-Leiterin.

Bleibt auch nach der Coronakrise genug Zeit für das Tier?

Ihre Kollegin vom Wiesbadener Tierheim, Nadine Bernardy, betonte: "Aktuell könnte der Hund vielleicht rund um die Uhr betreut werden. Aber wenn dann plötzlich alle wieder zur Arbeit oder in die Schule gehen, ist der Hund das nicht gewohnt und fängt an, laut zu bellen oder die Möbel kaputtzumachen.“

Die Coronakrise dafür zu nutzen, ein Tier bei sich zu Hause einzugewöhnen, kann also durchaus Sinn machen. Falls man nach der Krise aber kaum noch Zeit hat, kann sich das schöne Vorhaben zum Desaster entwickeln. Aus einem süßen Welpen wird schließlich mal ein großer Hund – mit großen Ansprüchen.

Quelle: "Hessenschau"

anb / DPA
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