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Schleswig-Holstein: Vergiftete Rotmilane gefunden – 6000 Euro Belohnung für Hinweise

Jäger haben vier tote Rotmilane in Schleswig-Holstein entdeckt, mindestens zwei davon wurden vergiftet. Die Polizei hat eine Belohnung von 6000 Euro für Hinweise ausgesetzt. Die Tiere gehören zu einer bedrohten Art.

Ein Rotmilan mit offenem Schnabel

Wie alle Greifvögel sind Rotmilane geschützt und dürfen nicht gejagt und getötet werden 

Picture Alliance

In den vergangenen zwei Monaten haben Jäger gleich vier tote Rotmilane im Kreis Plön in Schleswig-Holstein gefunden. Zwei der Greifvögel wurden laut dem NDR nachweislich vergiftet, bei den anderen zweien sei dies nicht auszuschließen. Die Vögel wurden mit einem verbotenen Insektengift, dem Insektizid E605, getötet. Insgesamt sind damit seit 2017 elf Tiere in der Region tot aufgefunden worden. Schon in den vergangenen drei Jahren wurden südlich und südöstlich von Neumünster immer wieder vergiftete Rotmilane entdeckt.

Jetzt sucht die Polizei gemeinsam mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, dem Landesjagdverband und privaten Spendern intensiv nach den Tätern. Die Polizeidirektionen Segeberg und Kiel haben die Ermittlungen übernommen. Für Hinweise wurden insgesamt 6000 Euro Belohnung ausgeschrieben. 

Mehr als die Hälfte des Weltbestands der Rotmilane lebt in Deutschland

Rotmilane zählen zu den größten Greifvögeln in Schleswig-Holstein. Ihr besonderes Kennzeichen ist ein bräunliches Gefieder mit einem weißlichen bis grauen Kopf und einem langen, gegabelten, rostroten Schwanz. Wie alle Greifvögel gehören sie zu den streng geschützten Arten und dürfen das ganze Jahr über nicht gejagt werden. Gefährdet sind sie laut dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ohnehin durch die Intensivlandwirtschaft und die damit verbundene vermehrte Anwendung von Pestiziden.

Von dem Weltbestand der Rotmilane von maximal 25.000 Paaren lebt mehr als die Hälfte in Deutschland. Keine zweite Vogelart konzentriert sich laut dem Nabu mit einem so hohen Anteil ihrer Weltpopulation so sehr auf Deutschland wie der Rotmilan. Damit tragen wir für diesen Vogel eine außergewöhnlich hohe Verantwortung. Der Bestand der Vögel hat in den vergangenen Jahren bereits deutlich abgenommen. 

Quellen: NDR, Nabu

ame

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