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USA "Gender Reveal Party" mit 36 Kilogramm Sprengstoff löst Erdbebenwarnung aus

Bei einer "Gender Reveal Party" wird Freunden und Verwandten mittels blauer oder rosa Farbe das Geschlecht des Kindes enthüllt (Symbolbild)
Bei einer "Gender Reveal Party" wird Freunden und Verwandten mittels blauer oder rosa Farbe das Geschlecht des Kindes enthüllt (Symbolbild)
© Picture Alliance
Eine Familie aus New Hampshire hat im Rahmen einer sogenannten "Gender Reveal Party" in einem Steinbruch Sprengstoff gezündet und löste damit eine Erdbebenwarnung in der Region aus. Auch Häuser in der Nachbarschaft waren von der Detonation betroffen.

Die "Gender Reveal Party" einer Familie aus New Hampshire löste einen derart heftigen Knall aus, dass sie Berichte über ein Erdbeben auslöste und bis über die Staatsgrenze hinaus zu hören war. "Gender Reveal Partys" sind Feiern zur Enthüllung des Geschlechts eines ungeborenen Kindes. Mehrere Medien berichteten davon unter Berufung auf die Polizei in Kingston. 

Dort gingen am Dienstagabend mehrere Anrufe ein, die eine laute Explosion meldeten. Den Ermittlungen zufolge handelte es sich um eine Detonation im Torromeo-Steinbruch, wo die Polizei eine Menschenansammlung vorfand, die dort eine "Gender Reveal Party" mit Sprengstoff abgehalten haben.

Der Verantwortliche stellte sich der Polizei

Auslöser der Explosion waren laut Polizei 36 Kilogramm Tannerit, ein Sprengstoff, der normalerweise bei Schusswaffen eingesetzt wird. Die Familie habe gedacht, der Steinbruch sei ein sicherer Ort, um den Stoff zu zünden. Bewohner nahe dem Steinbruch berichteten indes, dass die Detonation Bilder von den Wänden gerissen habe. Einige meldeten sogar Risse im Fundament ihres Hauses. Die Person, die den Sprengstoff gekauft und gezündet hat, hat sich mittlerweile der Polizei gestellt. Verletzt wurde niemand.

Partys zur Enthüllung des Geschlechts

"Gender Reveal Partys" gibt es seit 2008, als die Bloggerin Jenna Karvunidis die "Gender Reveal Cake" erfand und darüber auf ihrem Blog berichtete. Dabei handelt es sich um eine Torte, deren rosa oder blaue Füllung das Geschlecht des Babys verraten soll. Zusätzlich zur "Baby Shower", bei denen die bevorstehende Geburt eines Kindes gefeiert wird, halten viele Paare seitdem für Familie und Freunde immer größere "Gender Reveal Partys" ab. Teils zünden sie dabei Konfettibomben oder produzieren farbigen Rauch, der Aufschluss auf das Geschlecht geben soll. Immer wieder kommt es dabei zu Unfällen.

TV-Meteorologin Leslie Lopez bekommt mitten in einer Live-Sendung niedlichen Besuch am Homeoffice-Set.

Im März 2021 kamen zwei Piloten ums Leben, als ihr Flugzeug kurz vor Cancun ins Meer stürzte, weil im Zuge einer "Gender Reveal Party" rosa Rauchschwaden ihre Sicht blockierte. Im Jahr 2020 verursachte ein pyrotechnisches Gerät, das ebendiesen farbigen Rauch erzeugte, in Kalifornien ein Feuer, bei dem mehr als 2800 Hektar Land in Flammen aufgingen. Im April 2017 richtete ein nicht im Dienst befindlicher US-Grenzschutzbeamter einen Schaden von acht Millionen Dollar an, indem er 19.000 Hektar Wald in Arizona beschädigte. Er schoss auf eine Zielscheibe gefüllt mit blau gefärbtem Sprengstoff, um das Geschlecht seines ungeborenen Kindes bekannt zu geben.

Jenna Karvunidis distanziert sich von der Praxis

Erfinderin Jenna Karvunidis distanziert sich mittlerweile von "Gender Reveal Partys" und meint, Geschlechter und Normen sollten überdacht werden. Sie enthüllte damals das Geschlecht ihres Kindes mittels rosa Tortenfüllung. Doch gerade ihre Tochter trotze heute den Normen rund um das soziale Geschlecht und hinterfrage sie kritisch.

Quelle:  "The Guardian", Wikipedia 

yak

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