Verdi vs. Telekom Streik beeinträchtigt den Service


Der Streik der Telekom-Mitarbeiter gegen die vorgesehene Stellenauslagerung trifft nun auch den Kundenservice: Bei Neuanschlüssen, Umschaltungen oder der Störungsbehebung kommt es zu Verzögerungen. Auch bei Call-Centern steigt die Wartezeit.

Der nunmehr einwöchige Streik bei der Deutschen Telekom hinterlässt beim Service des Unternehmens seine Spuren. "Die Auftragsrückstände wachsen", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi am Freitag. Es komme bei Neuanschlüssen, Umschaltungen oder der Störungsbehebung zu Verzögerungen. Ein Telekom-Sprecher räumte ein, dass es zu Beeinträchtigungen komme. Teilweise müssten Kunden bei Anrufen in Call-Centern länger warten als gewöhnlich.

Streiks gehen am Wochenende weiter

Am Freitag legten nach Aussage des Verdi-Sprechers bundesweit rund 7000 Telekom-Beschäftigte die Arbeit nieder. Auch am Wochenende soll gestreikt werden, hauptsächlich im Bereitschaftsdienst. Verdi erwarte am Samstag 1000 und am Sonntag 500 Streikende. Am Montag sei dann wieder mit einer fünfstelligen Anzahl von Beschäftigten zu rechnen, die die Arbeit niederlegen. Der Sprecher betonte, dass sicherheitsrelevante Bereiche wie Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser nicht betroffen seien.

Im ersten Streik in der Geschichte des Bonner Konzerns protestieren Beschäftigte seit vergangenem Freitag gegen die Pläne des Managements, 50.000 Service-Mitarbeiter in neue konzerneigene Gesellschaften auszugliedern. Dort sollen sie länger arbeiten und weniger als bislang verdienen. Die Telekom will damit den Service verbessern und die Kosten senken, um den Konzern wettbewerbsfähiger zu machen.

Kein Kompromiss in Sicht

Aus Sicht von Verdi hilft die Auslagerung nicht dabei, Serviceprobleme zu lösen und den Kundenschwund zu stoppen. Die Gewerkschaft kann die zum 1. Juli geplante Ausgliederung nicht verhindern, will mit dem Arbeitskampf aber zumindest bessere Beschäftigungsbedingungen erzielen.

Ein Kompromiss scheint weiter unwahrscheinlich. Verdi warte auf ein verbessertes Gesprächsangebot der Telekom, sagte der Gewerkschaftssprecher. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte am Rande einer Demonstrationsveranstaltung in München zu Reuters TV: "Ich setze darauf, dass der Vorstand zur Vernunft kommt und seinen Kurs korrigiert, sonst wird weiter gestreikt." Er kritisierte erneut die Rekorddividenden für die Aktionäre, während gleichzeitig die Mitarbeiter Einbußen hinnehmen sollen.

Telekom gibt sich gesprächsbereit

"Wir sind jederzeit zu Gesprächen bereit", sagte der Telekom-Sprecher. Basis dafür sei aber der jüngste Vorschlag der Telekom. Diesen hatte Verdi als unannehmbar zurückgewiesen. Er sah unter anderem vor, die Arbeitszeit um vier auf 38 Stunden zu erhöhen und die Gehälter um neun Prozent zu senken. Im Gegenzug sollte unter anderem ein Kündigungsverzicht bis Ende 2011 gelten und ein Verkauf der neuen Gesellschaften bis Ende 2010 ausgeschlossen sein. "Derzeit gibt es keinen neuen Termin", sagte der Telekom-Sprecher.

Reuters Reuters

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