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Wirtschaftsaufschwung: "Die Konsumparty beginnt"

Kaufen, kaufen, kaufen: Die Deutschen haben wieder richtig Spaß am Geldausgeben. Konsumforscher rechnen mit einem wahren Kaufrausch. stern.de fragt: Was steht auf Ihrem Einkaufszettel?

Der kräftige Aufschwung und die Aussicht auf steigende Löhne versetzt die Deutschen zunehmend in Kauflaune. Das GfK-Konsumklima für Juni kletterte überraschend deutlich auf 7,3 Punkte von 5,7 im Mai, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mitteilte. Sie verdoppelte daraufhin ihre Prognose für das Wachstum des privaten Verbrauchs von 0,5 auf 1,0 Prozent. "Alle Zeichen stehen darauf, dass in Deutschland eine kleine Konsumparty beginnt, die bis 2008 anhält", sagte GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst zu Reuters.

Die 2000 Befragten schätzten die Konjunkturaussichten so optimistisch ein wie noch nie seit Beginn der Umfrage 1980. Gleichzeitig schraubten sie ihre Einkommenserwartungen auf ein Sechs-Jahres-Hoch. Die Kaufbereitschaft nahm zum dritten Mal in Folge zu.

"Die Konjunkturstimmung der Bundesdeutschen eilt momentan von einem Rekord zum nächsten", hieß es. Grund dafür seien positiv gestimmte Unternehmen und die stark sinkende Arbeitslosigkeit. Das Ifo-Geschäftsklima hält sich seit April nahe dem Wiedervereinigungs-Rekord. Die Zahl der Beschäftigten stieg im ersten Quartal so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr. Die meisten Experten sagen deshalb voraus, dass die Wirtschaft bis 2008 ähnlich kräftig wächst wie im Boomjahr 2006.

Das schürt die Hoffnung der Konsumenten auf spürbar steigende Einkommen. "Die bislang vorliegenden Tarifabschlüsse bestärken sie darin", betonte die GfK. So erhalten die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ab Juni 4,1 Prozent mehr Geld plus Einmalzahlungen. Wegen der guten Konjunktur- und Einkommensaussichten sind die Verbraucher zunehmend zu größeren Ausgaben bereit. Die mehrwertsteuerbedingte Schwächephase sei damit überwunden, schrieben die Forscher. "Folglich werden die Verbraucher künftig wieder eher bereit und in der Lage sein, ihren Geldbeutel für den Konsum großzügiger zu öffnen."

Reuters / Reuters

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