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Volker-Hinz-Ausstellung: "Die Fotografie ist mein Leben"

Der stern-Fotograf Volker Hinz begleitet seit 30 Jahren die Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Unterhaltung mit der Kamera. Erstmals sind seine Reportage-Fotos aus der Modewelt in einer Ausstellung zu sehen - ein intimer Blick hinter die Kulissen. Für stern.de erinnert er sich.

Von David Scherf

Volker Hinz ist einer der letzten seiner Art. Denn er arbeitet als fest angestellter Fotograf. Mit einem monatlichen Gehalt, bezahltem Urlaub und Weihnachtsgeld. Das ist heute für Fotografen unvorstellbar, vor dreißig Jahren allerdings, als Hinz im Magazingeschäft anfing, war es ganz alltäglich. "Heutzutage werden Fotografen ganz gezielt von den Magazinen beauftragt, je nach gewünschtem Stil und Bedarf", erklärt der aufgeweckte 61-Jährige mit den langen grauen Haaren und dem Kugelbauch. "Als fest angestellter Fotograf muss man einfach alles fotografieren können, von Modebildern über Autofotos bis hin zu Portraits. Aber gerade diese Abwechslung ist auch so interessant."

Seit dreißig Jahren arbeitet Hinz für den stern - knapp acht Jahre davon mit Sitz in New York. Unzählige Reportagen hat er in den drei Jahrzehnten für den stern bebildert. Muhammad Ali, Woody Allen, Helmut Schmidt, um nur einige der vielen weltbekannten Persönlichkeiten zu nennen, die er mit der Fotokamera begleitet hat. Legendär sein Foto von Pelé und Franz Beckenbauer gemeinsam splitternackt unter der Dusche, aufgenommen 1977 in den USA. "Dem Franz Beckenbauer habe ich noch gesagt, er solle sich doch ein wenig zur Seite drehen, damit man nicht alles sieht. Aber normalerweise fotografiere ich einfach drauf los ohne zu fragen. Das gefällt nicht immer jedem", erzählt er grinsend.

Hinz' Fotografien haben die Optik des stern entscheidend geprägt. Im Zentrum seiner Arbeit stand immer der Mensch als Motiv und das Menschliche als Bildersprache. Dank seiner Unscheinbarkeit und aggressiven Vorgehensweise hat er Momente eingefangen, in denen sich die Stars unbeobachtet fühlten und ehrliche Emotionen zeigten. Zum Beispiel den Modeschöpfer Yves Saint Laurent, der zitternd vor Aufregung am Boden kauert, um einen besseren Blick durch den Vorhang auf die Reaktionen seiner Modenschau-Besucher zu erhaschen.

Erstmalig zeigt Volker Hinz in einer Ausstellung einen Überblick seiner Bilder aus der Modewelt. Ausschließlich am Rande von Reportagen für den stern entstanden, geben die Fotos interessante Einblicke hinter die Mode-Kulisse der 70er bis 90er Jahre. Man sieht eine junge Kate Moss inmitten ihrer Entourage aus Make-up- und Haarstylisten, Giorgio Armani bei der Auswahl der Models und so manche Laufsteg-Schönheit beim freizügigen Umkleiden hinter der Bühne. Ein eigener Raum ist Karl Lagerfeld gewidmet, den Hinz insgesamt fünf Mal begleitet hat. "Es ist schön zu sehen, wie diese Leute sich entwickeln. Und dass man mit ihnen zusammen alt wird", schwärmt Hinz. "Das Fotografieren ist mein Leben. Ich arbeite wirklich in meinem Traumberuf."

Exklusiv für stern.de erinnerte sich Volker Hinz an die Momente, in denen die Bilder entstanden sind und führte kurz vor der Eröffnung persönlich durch die Ausstellung.

"Party, Pumps und Kleiderbügel - Fotografien aus der Modewelt des stern-Fotografen Volker Hinz" ist vom 23. April bis zum 19. Juni 2008 in der Landdrostei in Pinneberg bei Hamburg zu sehen.

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