Weltkulturerbe Limes wird Weltkulturerbe, Heidelberg noch nicht


Während der Limes in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, muss Heidelberg sich noch gedulden. Das Welterbekomitee verlangte Nachbesserungen des Antrags.

Der alt-römische Grenzwall Limes gehört ab sofort zum Weltkulturerbe der unesco. Die UN-Kulturorganisation stimmte am Freitag in Durban (Südafrika) seiner Aufnahme in die Liste der Welterbe-Stätten zu. "Es ging erstaunlich schnell. Es war der erste Antrag heute, der sofort per Akklamation von den Delegierten angenommen wurde", sagte Andreas Thiel von der deutschen Limes-Kommission. Der 550 Kilometer lange Limes gilt als Europas größtes archäologisches Denkmal. In Deutschland läuft er durch Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern.

unesco vertröstet Heidelberg

Dagegen hat die Hoffnung Heidelbergs auf Aufnahme in die Unesco-Liste als Weltkulturerbe einen Dämpfer bekommen. Wie die Stadt und das baden-württembergische Innenministerium am Freitag mitteilten, hat das Welterbekomitee der unesco auf seiner Sitzung im südafrikanischen Durban die Aufnahme in die Liste der Welterbestätten verschoben. Der Antrag sah vor, das Schloss und die Altstadt von Heidelberg zusammen mit der das Stadtbild prägenden Landschaft unter den Schutz der Welterbekonvention der Vereinten Nationen zu stellen.

Die Unesco verlange Nachbesserungen des Antrags, hieß es. Gestützt auf ein Gutachten des Internationalen Rats für Denkmalpflege habe das Welterbekomitee vorgeschlagen, den "außergewöhnlichen universellen Wert" des Ensembles noch mehr zu verdeutlichen, der die wichtigste Eintragungsvoraussetzung einer Weltkulturerbestätte sei. "Die Antragsteller wurden ersucht, den weltweiten Rang von Schloss, Stadt und Landschaft Heidelbergs auch im Vergleich mit anderen europäischen Welterbestätten wie Prag, Krakau, Vilnius, Salzburg oder Wien zu herauszustellen." Auch soll auf die weltweite Bedeutung des Streits um den Wiederaufbau oder die Erhaltung des Heidelberger Schlosses als Ruine noch näher eingegangen werden, wie er Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ausgetragen worden sei und der die moderne Denkmalpflege nachhaltig geprägt habe. Die Stuttgarter Landesregierung und die Stadt Heidelberg wollen den Antrag nun ergänzen.

DPA/AP AP DPA

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