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Mit 93 Jahren Ado Campeol: "Vater" des Tiramisu gestorben

Tiramisù  Heißt übersetzt nichts anderes als "zieh mich hoch", da nicht nur Zucker in dem Nachtisch enthalten ist, sondern vor allem auch Espresso oder anderer starker Kaffee. Das Tiramisù besteht aus abwechselnden Schichten von Löffelbiskuits und einer Creme aus Mascarpone, Eigelb und Zucker. Hier geht's zum Rezept!
Tiramisù
Heißt übersetzt nichts anderes als "zieh mich hoch", da nicht nur Zucker in dem Nachtisch enthalten ist, sondern vor allem auch Espresso oder anderer starker Kaffee. Das Tiramisù besteht aus abwechselnden Schichten von Löffelbiskuits und einer Creme aus Mascarpone, Eigelb und Zucker. Hier geht's zum Rezept!
© Getty Images
Es gehört in jedem guten italienischen Restaurant auf die Dessert-Karte: Tiramisu. Eine so einfache wie köstliche Nachspeise. Nun ist sein mutmaßlicher Erfinder im Alter von 93 Jahren gestorben.

Es ist das vielleicht bekannteste Dessert der Welt: Aus Löffelbiskuits, Mascarpone und Kaffee wird im Handumdrehen ein Tiramisu und zaubert Menschen rund um den Globus ein Stück Italien auf den Teller. 

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So viel Freude das Gericht vielen Menschen auch macht, nun ist Trauer angesagt: Wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, ist der mutmaßliche "Vater" der Süßspeise, Ado Campeol im Alter von 93 Jahren in seinem Haus in Treviso in der italienischen Region Venetien gestorben. 

Erfindung des Tiramisu war ein Unfall

Die Geschichte des Tiramisu beginnt offenbar in Campeols Café "Le Beccherie". Schon als Junge hatte der Italiener in der Gaststätte mitgeholfen, die seine Eltern 1939 übernahmen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Ado Chef, wie "Bild" berichtet.

Aber es dauerte noch einige Zeit, bis Tiramisu zum ersten Mal auf der Karte des Cafés stand. Ados Frau Alba und ihr damaliger Küchenchef Roberto Linguanotto kreierten das Rezept für das Dessert der Erzählung nach durch einen Unfall. 

Demnach wollte Linguanotto eigentlich Vanilleeis herstellen und mischte dafür Mascarpone, Eier und Zucker. Als er feststellte, wie lecker diese Mischung schmeckt, entwickelte er zusammen mit Alba Campeol die erste Version des Tiramisu. Zusammen perfektionierten sie das Gericht mit Löffekbiskuits, die sie mit Kaffee tränkten. 

Wie Albas Sohn Carlo später erzählte, war diese Idee nicht so bahnbrechend, wie man zu erst meinen könnte. Die Mischung aus Marcarpone, Zucker und mit Kaffee getränkten Keksen war zu dieser Zeit schon ein gängiges Gericht.

Laut Carlo nutzte auch seine Mutter die Speise, während sie ihn noch stillte, um ihren Energiehaushalt hoch zu halten. Daher auch der Name: "tiramisù" bedeutet frei übersetzt so etwas wie "zieht mich hoch". 

Küchenchef Linguanotto kam auf die Idee, die Zutaten zu einer puddingähnlichen Masse zu verrühren und sie ähnlich wie eine Lasagne zu schichten. Geboren war das Tiramisu. 1972 stand es erstmal auf der Karte des "Le Beccherie"

Familie ließ das Rezept bewusst nie patentieren

In heutigen Versionen des Tiramisu wird häufig zudem Alkohol verwendet, um dem Dessert eine Herbe Note zu verleihen. In der ursprünglichen Version ist davon nichts zu finden. Der Grund: die Nachspeise sollte auch kinderfreundlich sein. Das ist auch der Grund, warum Familie Campeol das Rezept für ein original Tiramisu nie patentieren ließen.

Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia twitterte zum Tod von Campeol: "Die Stadt hat einen weiteren Stern seiner kulinarischen Geschichte verloren". 2013 hatte der Politiker darauf gedrängt, die EU-Zertifizierung für das Dessert zu erhalten, die genau die Zutaten als Tiramisu festlegen sollte, die Campeol und seine Familie am ersten Tag verwendeten.

Ob nun mit oder ohne Alkohol, mit Löffelbiskuits oder anderen Kekssorten, für Linguanotto ist es wichtig, dass es den Menschen schmeckt. Laut "The Guardian" soll der Italiener einmal gesagt haben: "Jedes Land hat seinen eigenen Geschmack. Solange es dich hochzieht, ist für mich alles gut."

Quellen: "The Guardian", "Bild"


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