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Trend ausgebremst In der Pandemie boomt das Pizza-Geschäft – nur in den USA gibt es lange Gesichter

Kind isst Pizza
Pizza ist ein Seelenschmeichler - gerade in Zeiten von Corona.
© ArtistGNDphotography / Getty Images
Pizza füllt nicht nur den Magen, sie wärmt auch die Seele und tröstet durch so manche Krise. In der Pandemie boomt das Geschäft mit dem italienischen Kultgericht. Im Pizza-Land USA sorgt eine Zahl aber dennoch für schlechte Stimmung.

Trostlos muss die Welt noch vor einigen Jahrzehnten gewesen sein, denn es war eine Welt ohne Pizza. Es ist heute kaum noch vorstellbar, aber es gab eine Zeit, in der die meisten Menschen noch nichts wussten von der delikaten Teigscheibe, die heute zu den liebsten Speisen der Menschen auf allen Kontinenten gehört. Die Pizza gilt als Wohlfühlgericht – klassenübergreifend. Kein Wunder, dass sie gerade in der Krise an Popularität noch einmal gewonnen hat, vor allem in der tiefgekühlten Variante. In den USA sollte 2021 gar die magische Marke von 100.000 Pizzerien geknackt werden – doch dann kam Covid-19.

Geht es um die pure Masse, kommen Pizza-Liebhaber nirgendwo mehr auf ihre Kosten als in den USA. Die Amerikaner sind regelrecht Pizza-verrückt, feiern ab heute gar eine National Pizza Week. Ganze 90.817 Pizza-Restaurants gibt es laut Datenunternehmen BoldData im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Im viel kleineren Italien, dem Mutterland der modernen Pizza, sind es immerhin 42.288 – Platz zwei auf der Welt.

Covid-19 bremst den Pizza-Boom

Seit 2016 öffneten in den USA rund 25.600 Pizzerien ihre Türen, ein Anstieg von 39,2 Prozent. Die Prognosen deuteten daraufhin, dass der Trend anhalten würde. Die Rechnung hatten die Analysten allerdings ohne die Pandemie gemacht, Covid-19 bremste den rasanten Aufwärtstrend der vergangenen Jahre aus. Immerhin noch 581 neue Läden gingen 2020, in Zeiten von Lockdowns und Restaurant-Schließungen, an den Start. 

Das ist natürlich kein Grund, eine Pizzakrise auszurufen. Denn auch wenn das Wachstum ausgebremst ist und der Restaurantbesuch in der Pandemie über weite Strecken flach fällt, auf die TK-Pizza muss keiner verzichten. Gerade letztere gehört auch in Deutschland zu den Krisengewinnern, denn die Pandemie ließ den Hunger auf Fertigkost wachsen. Die deutsche Tiefkühlindustrie erwartet Rekordzahlen in Sachen Pizzaverkäufe für 2020. 13 Fertigpizzen schoben die Deutschen pro Kopf zuletzt jährlich in den Ofen. Vor 30 Jahren waren es gerade mal drei. Und der Appetit aufs deftige Rund nimmt zu. 

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Lieferdienste jubeln

Die Lieferdienste jubeln in der Pandemie, allen voran der Pizzadienst Domino's Pizza, immerhin Weltmarktführer auf dem Gebiet. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr Rekordumsätze. Die beliebtesten Sorten, so eine Unternehmens-Auswertung von Bestelldaten, waren dabei 2020  die Klassiker Salami (8,6 Prozent) und Margherita (7,8 Prozent).

Dass die Pizza heute zu den liebsten Speisen der Deutschen gehört, ist auch einem Mann zu verdanken: Nicolino di Camillo. Der Italiener eröffnete 1952 die erste Pizzeria auf deutschen Boden. Seither haben die Gelüste auf die italienische Küche hierzulande nicht abgenommen. In keinem anderen europäischen Land (außerhalb Italiens) gibt es mehr italienische Restaurants als in Deutschland. Etwa 22.000 der 25.000 Restaurants befinden sich auf deutschem Boden. 

tpo

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