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Markt im "WDR" klärt auf: So gut ist "Billig-Bio" aus dem Discounter

Die Bio-Branche boomt seit Jahren. Klar, dass auch die Discounter etwas vom Kuchen abhaben wollen. Aber wie gut sind eigentlich die ökologischen Produkte von Aldi, Lidl und Co.? 

So gut ist "Billig-Bio" aus dem Discounter

Ist "Billig-Bio" aus Discountern wirklich gut?

Wer mehr Geld für Bio-Produkte mit Siegel aus ökologischem Anbau ausgibt, erwartet eine gewisse Qualität – auch beim Discounter. Aber wie gut sind eigentlich die Produkte von Aldi, Lidl und Co.? Die Sendung "Markt" im WDR geht genau dieser Frage auf die Spur.

Verglichen werden Einkaufskörbe aus konventionellem und aus ökologischem Anbau. Bei Lidl und Netto macht der Preisunterschied über 50 Prozent aus, bei Aldi satte 75 Prozent. Deutlich teurer sind die gleichen Produkte im Bio-Supermarkt. Verglichen mit den Discountern zahlt man hier rund 10 Euro mehr. Wie kommt es zu dem Unterschied? Ulrich Köpke, Professor für Organischen Landbau kennt die Antwort: "Discounter kaufen die Rohstoffe und die Ware günstiger ein. Das sind Mengeneffekte. Wer im größeren Umfang einkauft, zahlt weniger." Ein weiterer Grund vermutet der Professor in der Quersubvention im Discounter, die günstigen Produkte stützen die Bio-Produkte im Gesamtumsatz.

Die Discounter unterscheiden sich auch im Angebot: Während Lidl rund 60 Bio-Produkte im Sortiment hat, haben Aldi (150) und Netto (200) deutlich mehr im Öko-Bereich. Im Vergleich: Supermärkte wie Edeka und Rewe führen 200 Bio-Lebensmittel – und die Bio-Supermärkte zwischen 6000 und 12.000 Produkte.

Discounter erfüllen nur Mindeststandards im Bio-Bereich

Aber wie viel Bio steckt eigentlich in Bio? Es gibt mittlerweile unzählige Bio-Siegel mit unterschiedlichen Anforderungen an den ökologischen Anbau. Beim EU-Bio-Siegel sind sogar Zusatzstoffe erlaubt und auch Zutaten aus dem konventionellem Anbau, wenn auch in geringen Mengen. Experten sprechen hier von "Billig-Bio".

BioBio (Netto), Biotrend (Lidl) oder bio (Aldi Süd) sind übrigens nur die Namen der Bio-Eigenmarken der Discounter. Sie sagen aber nichts über die Qualität aus. Dafür die Siegel demeter, Bioland und Naturland. Hier gelten strenge Öko-Auflagen. Diese Produkte werden auch als "Premium-Bio" bezeichnet. Bio-Produkte aus dem Discounter erfüllen nur die Mindeststandards.

Die Mehrheit der Bio-Zutaten aus dem Discounter werden importiert. Auch weil die Nachfrage stark gestiegen ist. Betriebe, die in Massen "Billig-Bio" produzieren, sind aber ein Problem. Sie könnten Umwelt- und Öko-Prinzipien "verwässern", wie es im Beitrag heißt. Professor Ulrich Köpke bringt es auf den Punkt: "Die Simplifizierung des ökologischen Landbaus so weit als möglich nur zu Mindeststandards hin, das ist nicht das Oberziel, was verfolgt werden soll. Und da habe ich Sorge, dass Prinzipien aufgeben werden – aus Bequemlichkeit oder ökonomischen Gründen."

Die ganze Sendung "Markt" können Sie hier sehen!

Fakten über den Discounter-Riesen: So tickt der Aldi-Konzern


dsw
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.