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Aufforderung von Bauer Willi: "Geht zum Bauern, nicht in den Discounter"

Bauer Willi rechnete in einem Wutbrief mit der Billig-Kultur ab. Jetzt fordert er die Verbraucher dazu auf, beim Bauern, nicht im Supermarkt, einkaufen zu gehen. Einen fixen Termin gibt es auch schon.

Von Denise Wachter

Am Samstag, den 14. Februar, sollen Verbraucher beim Bauern einkaufen, und nicht im Supermarkt oder Discounter. Das wünscht sich zumindest Bauer Willi.

Am Samstag, den 14. Februar, sollen Verbraucher beim Bauern einkaufen, und nicht im Supermarkt oder Discounter. Das wünscht sich zumindest Bauer Willi.

Du sagst, du würdest regional einkaufen? Stimmt doch nicht! Wer kauft denn jetzt, (…) die Weintrauben aus Chile, den Spargel aus Südafrika, die Mangos aus Brasilien und Äpfel aus China? Du doch! Sonst würden die beim REWE das längst nicht mehr anbieten. Aber unsere Möhren bleiben liegen. Schon mal was von Wirsing gehört, oder Weißkohl? Nein, Artischockenherzen müssen es sein." So wandte sich Bauer Willi aus dem Rheinland vor kurzem mit einem offenen Brief an das "scheinheilige Einkaufverhalten" der Verbraucher. Mit seinem Wutbrief erreichte er viele - Landwirte, aber auch Verbraucher, in den sozialen Medien sorgte er für rege Diskussionen.

Ab zum nächsten Hofladen!

Jetzt geht Bauer Willi sogar noch einen Schritt weiter. Auf seiner neueingerichteten Homepage bauerwilli.com ruft er zu einem Dialog zwischen Bauern und Verbrauchern auf. Er setzt einen Termin fest: Am Samstag, den 14. Februar, sollen Verbraucher in den nächsten Hofladen gehen und den Wocheneinkauf beim Bauern tätigen. Und nicht nur das: Außerdem sollen Verbraucher "dem Bauern ein Loch in den Bauch" fragen - über seine Arbeits- und Produktionsbedingungen, und wie er sich selbst in der Öffentlichkeit sieht. Wem das zu aufwändig ist, weil in der Großstadt so schnell kein Bauer zu finden ist, der könne auch zum echten Handwerksbäcker, Metzger oder auf den Wochenmarkt gehen. Wichtig ist nur, herauszufinden woher das Produkt stammt und wie es hergestellt wurde. Und somit den Dialog zu fördern.

Die Aktion ist nicht ganz uneigennützig, schließlich ist Bauer Willi selbst Landwirt. Zudem fordert er die Verbraucher auf, ihre Erlebnisse auf seiner Homepage oder auf seinem Facebook-Kanal mit einem "Selfie" zu verewigen. Was für noch mehr Traffic auf seinen Kanälen sorgen wird. Ein genialer Marketing-Coup? Wie auch immer, die Aktion soll die Wertschätzung für regional erzeugte Lebensmittel ins Bewusstsein rufen und den Dialog zwischen Verbrauchern und Herstellern fördern. Und das ist ja eigenlich eine feine Sache.

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