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Interview

"Deliciously Ella": Wie man als Foodbloggerin Millionen verdienen kann

Ella Mills ist eine der weltweit bekanntesten Food-Bloggerinen. Als "Deliciously Ella" hat die Britin Millionen Fans auf Youtube. Ihr erstes Kochbuch gilt als das bestverkaufte aller Zeiten - in einer Woche. Sie betreibt Restaurants und eine Cateringfirma. Im Interview spricht sie über ihre erste Million.

Foodbloggerin Ella Mills hat eine Vision: "Die größte Health-Food-Marke Großbritanniens zu werden – wenn nicht sogar darüber hinaus."

Foodbloggerin Ella Mills hat eine Vision: "Die größte Health-Food-Marke Großbritanniens zu werden – wenn nicht sogar darüber hinaus."

Frau Mills, als Tochter des britischen Politikers Shaun Woodward und der Supermarkterbin Camilla Sainsbury brauchten Sie sich um Ihre Zukunft nicht zu sorgen.

Doch, das musste ich, als bei mir mit 20 eine seltene Nervenkrankheit diagnostiziert wurde. Ich war fünf Monate im Krankenhaus, Medikamente und Behandlungen wirkten nicht. Also versuchte ich, mich mit einer ausgeglichenen Diät zu heilen. Mit Erfolg! Die veganen und glutenfreien Rezepte teilte ich in einem Blog und über soziale Medien.

Sie sind Kunsthistorikerin. Wie kamen Sie da auf diese Geschäftsidee?

Ich hatte keinen Businessplan, und vor fünf Jahren hatte ich auch nicht vor, ein Unternehmen zu gründen. Ich wollte nur authentisch und direkt kommunizieren. Wir erreichen heute allein über Instagram zehn bis zwölf Millionen Menschen pro Woche.

Sie haben Fotos und Rezepte geteilt. Womit kam das erste Geld?

Mit Kochkursen und Supperclubs. Was ich damit verdiente, steckte ich 2014 in die Entwicklung einer App, die in England und den USA über Nacht auf Platz eins der iTunes- Charts landete. In dem Moment habe ich zum ersten Mal realisiert, dass ich aus meiner Leidenschaft ein Geschäft machen könnte. Ich habe dann ein Kochbuch geschrieben und die Einnahmen daraus in mein erstes Restaurant in London investiert. Heute habe ich drei, außerdem ein Cateringunternehmen und eigene Produkte. Jeder Schritt hat den nächsten finanziert. 

Sie kommen aus einer wohlhabenden Familie. Wann haben Sie gemerkt, dass Sie Ihre erste Million selbst verdient haben?

Als wir unsere Produkte bei Starbucks unterbringen konnten. Ich dachte, das würde niemals klappen. Doch mein Mann Matt hat unzählige Anfragen an den Managing Director geschrieben – bis wir tatsächlich eingeladen wurden. Letztes Jahr wurden meine Energy Balls dann in das Sortiment von 380 britischen Filialen aufgenommen. Das war ein unglaublicher Erfolg.

Was sagt Ihre Mutter, deren Familie mit Sainsbury’s die zweitgrößte britische Supermarktkette gegründet hat, dazu?

Niemand hat damit gerechnet, wie erfolgreich ich innerhalb kürzester Zeit werden würde. Aber meine Mutter hat immer gesagt: "Je mehr Zeit, Energie und Leidenschaft du bereit bist zu geben, desto mehr bekommst du zurück." Man muss eine Entscheidung treffen. Besonders, wenn man jung ist, die Freunde feiern gehen und um die Welt reisen, während man selbst jeden Morgen um sechs Uhr anfängt zu arbeiten.

Was finden Sie als junge Unternehmerin noch gewöhnungsbedürftig?

Dass ich Mitarbeiter habe, die älter und erfahrener sind als ich. Bislang war ich nicht gewohnt, dass jemand sagt: "Das sehe ich nicht so."

Was sind Ihre nächsten Pläne?

Mein drittes Kochbuch ist erschienen, es laufen mehrere Pop-up-Restaurant- Projekte, und wir erweitern die Produktpalette. Mein Ziel ist, die größte Health-Food-Marke Großbritanniens zu werden – wenn nicht sogar darüber hinaus.

Das Interview ist zuerst im Wirtschaftsmagazin Capital Ausgabe 07/2017 erschienen.

Jack Morris und Lauren Bullen

 

Anna-Lena Koopmann
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