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Gutes aus dem Küchengarten: Es ist Samenzeit!

Wer schon Fenchel, Dill, Tomaten und Paprika im Küchengarten stehen hat, kann sich glücklich schätzen. Denn die Früchte schmecken nicht nur vorzüglich, man kann aus ihnen auch Saatgut herstellen.

Der Küchengarten soll im Optimalfall auch eigenes Saatgut bringen. Zu diesem Ziel lasse ich Salate blühen und auswachsen. Und bin auch nicht verärgert, wenn der Fenchel, weil zu spät gesetzt, keine Knollen brachte, sondern Blüten.

Nun ist es also Zeit, schrittweise dieses selbst gezogene Saatgut zu ernten. Bereits trockene Blütendolden vom Dill können nun geschnitten, hängend übertrocknet und dann in Papiersäcken gelagert werden. Gleiches gilt für den Fenchel.

Wer Kapuzinerkresse im Garten hat, lässt manche Blüten stehen und wartet, bis sich Samenkapseln bilden. Ich nehme diese dann im Herbst ab, wenn sie bereits trocken sind. Auch auf das Bilden der Samenkapseln von Ringelblumen sollte man warten, um dann die ganzen Kapseln als Saatgut aufzuheben. Wenn Sonnenblumen im Garten stehen, verfährt man auf die selbe Weise. Und, liebe Küchengärtner, lasst ein paar von ihnen draußen stehen, damit sich Vögel an diesen selbst bedienen können.

In diesem Jahr übersah ich auch ein paar Erbsen. Die hangen bereits trocken an der Staude, sodass ich die einzelnen Erbsenkörner nur noch herausschälen musste. Diese sind mein Saatgut für die Erbsen im kommenden Jahr. Wenn das auch bei den Stangenbohnen oder Bohnen passiert, einfach die Schoten auslösen und die Bohnen dann als Saatgut im nächsten Jahr verwenden. Wichtig ist, Bohnen und Erbsen müssen gut getrocknet sein und werden dann im Papiersack oder einem saubern Glas mit Schraubverschluss aufbewahrt.

Vollreife Tomaten werden außerdem vorsichtig aufgeschnitten und die in ihnen sich befindlichen Kerne ausgelöst. Man legt die Kerne auf ein Stück Toilettenpapier, vereinzelt sie dort und lässt ein paar Tage trocknen. Die Tomatensamen kleben dann auf dem Papier, und werden als Saatstreifen Ende Jänner wieder in die Erde gelegt. Auf Toilettenpapier getrocknete Samen lassen sich auch gut zusammenrollen und in Papiersäcken aufbewahren.

Für die Samengewinnung gilt: Nur Samen von starken und gesunden Pflanzen nehmen, die auch große kräftige Früchte brachten. Die großen Exemplare züchten wir weiter, die kleinen essen wir. Ich nehme Samen immer von zwei oder drei verschiedenen Früchten und nicht nur von einer Frucht.

Saatgut kann aus folgenden Gemüsen selbst gezogen werden: Rettich, Radieschen, Salate, Portulak, Fenchel, Dill, Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Sonnenblumen, Bohnen aller Art, Erbsen, Tomaten, Paprika, Pfefferoni und Chilisorten, Zucchini, Kürbis, Auberginen. Und all das, was noch Samen hervorbringt.

Tipp: Wer im Urlaub alte Tomatensorten auf den Märkten am Urlaubsort findet, der soll sich welche kaufen, aufschneiden, die Kerne herauslösen und trocknen. So kommt man zu besonderen Sorten! Dabei auch an Paprika- und Chilisorten denken! Und, einfach mal am Hochbeet oder Hügelbeet Gemüse sich aussäen lassen und sich dann darüber freuen, was zufällig im kommenden Jahr wieder aufgeht. Bei mir war das heuer der Erdbeerspinat.