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Gutes aus dem Küchengarten: Fruchtfolge bedeutet, viel Gemüse ernten

Gemüsepflanzen ist nicht ohne, denn man muss auf die richtige Reihenfolge achten. Nur so kann gewährleistet werden, dass jede Pflanze genügend Nährstoffe erhält. Angelika Wohofsky zeigt, wie es geht.

Gestern schrieb ich über das Führen eines Garten-Tagebuches. Heute will ich auf die Fruchtfolge eingehen. Denn Pflanzen benötigen unterschiedliche Nährstoffe und Bodenqualitäten.

Topfgärtner werden sagen, wir brauchen das nicht. Weil wir jedes Jahr neue Erde in unsere Töpfe füllen. Dem muss ich entgegnen, dass auch hier Rücksicht auf den Nährstoffbedarf der Pflanzen gelegt werden muss. Der Topfgarten bedient sich dabei der Mischkultur und man setzt Stark- und Schwachzehrer bzw. Mittelzehrer gemeinsam in ein Pflanzgefäß.

Bei der Fruchtfolge wird die Reihenfolge, in der Gemüse gepflanzt wird, beachtet. Das hat zum Ziel, dass die Bodenqualität erhalten bleibt und es nicht zu einem Mangel an Nährstoffen bei den Pflanzen kommt. Außerdem kann man mit einer Gründüngung das Bodenleben aktivieren und für einen lockeren, humosen Boden im Küchengarten sorgen.

Für uns Küchengärtner bietet sich eine dreijährige Fruchtfolge an. Im ersten Jahr wird das Beet frisch gedüngt. Dafür nimmt man frischen Kompost oder auch Mist (wer Pferdeäpfel ergattert, bitte nur her damit. Das ist das Beste an Mistdüngung). In diesem ersten Jahr ist das Beet äußerst reich an Stickstoff.

Auf ein solches Mistbeet kommen die Starkzehrer. Also Pflanzen, die viel Stickstoff benötigen. Dazu zählen: Tomaten, alle Kohlarten inklusive Rosenkohl, Gurken und Sellerie, Melonen, Zuckermais. Aber auch Kartoffel benötigen viele Nährstoffe. Ein gute gedüngtes Mistbeet gibt auch ein ertragreiches Kartoffelbeet her. Und Zucchini und Kürbisse brauchen für ihre Entwicklung ebenfalls einen wirklich guten nährstoffreichen Boden. Das ist der Grund, weshalb man bei Bauern oft am Misthaufen Kürbisse gepflanzt sieht.

Im zweiten Jahr kann man schon mittelstarke Zehrer auf das Beet vom Vorjahr setzen. Dazu zählen: Zwiebeln, Porree, Möhren, Schnittlauch, Salate, Grünkohl, Kohlrabi, Wurzelpetersilie, Mangold, Fenchel, Radicchiosalat und auch Spinat.

Zucchini, ein Starkzehrer. Foto: Wohofsky-Images

Und im dritten Jahr bestellt man das Beet aus dem zweiten Jahr mit Erbsen, Bohnen, Radieschen, Rettich, Rüben, Kresse, Feldsalat. Also mit klassischen Schwachzehrern.

Wer will, kann eine Gründüngung nach der Ernte in seinem Garten ausbringen. Gründüngung bedeutet, Pflanzen zu setzen, die besonders tief wurzeln und so das Bodenleben verbessern. Wird die Gründüngung gleich im Spätsommer oder im Herbst ausgebracht, kann dann im folgenden Frühjahr die gesamte Pflanze in den Boden eingarbeitet werden.

Als Gründüngung im Küchengarten verwende ich: Spinat, Vogerlsalat.

Wer der Zuwanderung von Schnecken vorbeugen will, sät im Herbst noch Gelbsenf aufs Beet. Das kann bis September noch erfolgen. Im kommenden Frühjahr wird dann der Gelbsenf, die ganze Pflanze, in den Boden eingearbeitet. Und die verrottet dann dort und düngt damit den Boden.

Spinat und Vogerlsalat ist einerseits eine gute Gründüngung und andererseits ein tolles Gemüse am Rande der Gartensaison. Gesät wird nach der Ernte bis in den Oktober. Oder im zeitigen Frühjahr, wenn die Beete eisfrei sind und man nach den Eisheiligen im Mai auf solche Beete wärmeliebende Gemüse setzen möchte (Tomaten, Gurken,...).

Spinat und Vogerlsalat (=Feldsalat) ist auch ein klassisches Gemüse für die Aussaat im Frühbeet oder Mistbeet.

Besonders ausgezehrte Bodenstücke verwende ich zum Kultivieren von Kräutern. So wandern diese auch durch den Garten im Zuge der Fruchtfolge. Oder man legt eine Kräuterschnecke an, wenn Platz dafür ist, und zieht diese dort. Aber auch hier wird man auf einen mageren, nährstoffarmen Boden achten.

Wenn man wenig Platz für Fruchtfolge hat, wie dies bei mir der Fall ist, dann trägt man die Erde des ersten Jahres (erste Tracht) ab und füllt diese in Behälter und Pflanzgefäße für mittelstarke Zehrer um. So gewinnt man jährlich neuen Platz für ein Mistbeet und für Starkzehrer.

Diese Erde aus dem ersten Jahr nehme ich auch zur Anzucht meiner Jungpflanzen beiseite und hebe sie frostfrei auf. Denn die Anzucht von Jungpflanzen beginnt ja schon für manche Sorten Ende Jänner.