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Lieferservice EatFirst: Mittagessen mit einem Mausklick

Wer Essen online bestellen will, muss oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Nicht so bei EatFirst. Das Berliner Start-up verspricht, in nur 15 Minuten frisch gekochtes Essen zu servieren.

Von Irmgard Hochreither

Der Magen knurrt, es regnet und keine Imbissbude in erreichbarer Nähe. Eine echte Notfallsituation. Jetzt muss es schnell gehen. Was also macht der gestresste Homo sapiens, wenn die Zeit knapp ist, und überfallartig der kleine - oder große - Hunger kommt? Statt seine durch Unterzuckerung verursachte aufsteigende Aggression einfach an Kollegen oder Familienmitgliedern abzureagieren, ist der Blick ins Netz oder auf die Smartphone-App eine echte Alternative.

Wer heute online Essen bestellt, hat die Qual der Wahl. Nicht nur Pasta, Pizza, Sushi, Döner oder Burger werden landesweit mehr oder weniger frisch und warm nach Hause oder ins Büro geliefert, auch komplette Gourmetmenüs aus angesagten Szenerestaurants oder Biozutaten samt Rezept zum Selberkochen machen Essen auf Rädern durchaus zu einer Option, selbst für eine anspruchsvollere Klientel. Das Problem ist nur: Die Lieferung kann dauern. Bis zu einer Stunde Wartezeit ist in Großstädten keine Seltenheit.

In Berlin mischt seit Ende September das Start-up-Unternehmen "EatFirst" den Lieferservice-Markt auf. Mit dem Versprechen, dem hungrigen Großstädter in nur 15 Minuten ein frisch gekochtes Essen zu servieren. Fastfood, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Geschäftsidee, Frische mit Geschwindigkeit zu verbinden, stammt vom ehemaligen Unternehmensberater Torben Schulz und seinen Londoner Mitgründern Humberto Ayres Pereira und Rahul Parekh. Das Geld kommt vom börsennotierten Online-Unternehmen Rocket Internet.

Ein Team von rund 35 Mitarbeitern sorgt nun dafür, dass die Kunden aus Mitte, Kreuzberg und Friedrichshain von Montag bis Freitag ein ausgewogenes Mittagessen für sieben Euro serviert bekommen. Dabei muss niemand befürchten, unter großen Entscheidungsdruck zu geraten. Es stehen nur zwei Gerichte zur Wahl: ein vegetarisches und eines mit Fleisch oder Fisch. Den Jungunternehmern geht es um Qualität, nicht um Masse.

"Wir sind in der Startphase und werden unser Angebot sicher noch ausbauen", sagt Unternehmensgründer Torben Schulz, "wir haben klein angefangen, aber wir wachsen Tag für Tag und werden bald auch Abendessen anbieten können."

"Wir sind in der Startphase und werden unser Angebot sicher noch ausbauen", sagt Unternehmensgründer Torben Schulz, "wir haben klein angefangen, aber wir wachsen Tag für Tag und werden bald auch Abendessen anbieten können."

"Wir sind in der Startphase und werden unser Angebot sicher noch ausbauen", sagt Unternehmensgründer Torben Schulz, "wir haben klein angefangen, aber wir wachsen Tag für Tag und werden bald auch Abendessen anbieten können. Aber mehr als fünf Gerichte sollen auch später nicht auf der Karte stehen. Wir wollen mit unserer Einfachheit, mit dem kurzen Bestellprozess, der sicheren Datenverwaltung Vertrauen aufbauen." Wichtig seien vor allem die frischen Zutaten, die vegetarische Option, viel Gemüse und Salat und eine variantenreiche Mainstream-Küche, die nach Weltläufigkeit duftet. Ein Gerichte-Mix mit südamerikanischen, asiatischen oder mediterranen Einflüssen. Schulz, ein passionierter Hobbykoch, ist überzeugt davon, "dass man das jeden Tag essen kann, ohne auseinanderzugehen wie ein Hefekloß."

Im Augenblick werden pro Tag rund 300 Essen in Wärmebehältern durch die Berliner Innenstadt gekarrt, Tendenz steigend. Die Schnelligkeit ist dabei keine Hexerei, sondern wohlkalkulierte Logistik. Denn die zwölf Fahrer, meist Studenten, werden in ihren froschgrünen Jacken und den mit EastFirst-Fähnchen beflaggten Autos bereits vor Öffnung des Bestellservice losgeschickt und cruisen mit Spinatlasagne und Hühnchen Jambalaya durchs Liefergebiet. Eine eigens für die Fahrer konzipierte App zeigt an, wer am nächsten dran ist am Kunden. Unterstützung kommt auch noch von einem Mitarbeiter in der Zentrale, der den Gesamtüberblick über die eingehenden Bestellungen und die Positionen der Fahrer behält.

Im Augenblick werden pro Tag rund 300 Essen in Wärmebehältern durch die Berliner Innenstadt gekarrt.

Im Augenblick werden pro Tag rund 300 Essen in Wärmebehältern durch die Berliner Innenstadt gekarrt.

Und der Chef des jungen Unternehmens, das noch den Charme des Unfertigen verströmt, hat sein Ziel klar vor Augen. "Wir wollen am Ende mehrere tausend Essen pro Tag ausliefern. Dafür werden wir sicher noch weitere Küchen in Berlin einrichten. Außerdem planen wir die Expansion in andere deutsche und europäische Städte." Klar, der Mensch muss essen. Auch in Paris, Madrid oder Rom. "Wenn wir erst mal den Papst als Kunden gewonnen haben", meint Torben Schulz mit einem kleinen Grinsen, "dann mache ich mir um unsere Zukunft keine Sorgen". Sein Wort in Gottes Ohr. Aber wer weiß. Schließlich hat Franziskus ja was übrig für die guten, einfachen Dinge des Lebens...

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