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Paleo im Selbstversuch: Liebe Pasta, ich vermisse Dich

Tag 8: Die ersten Entzugserscheinungen sind abgeflaut. Doch bleibt die Sehnsucht, die einen schon das ganze Leben lang begleitet hat, und zwar durch Dick und Dünn. Eine Liebeserklärung.

Von Denise Wachter

Meine Liebe zur Pasta ist grenzenlos: Spaghetti, Tagliatelle, Farfalle, mit Tomaten, Gorgonzola oder einfach nur Aglio Olio (Knoblauch und Öl).

Meine Liebe zur Pasta ist grenzenlos: Spaghetti, Tagliatelle, Farfalle, mit Tomaten, Gorgonzola oder einfach nur Aglio Olio (Knoblauch und Öl).

Heute Nacht habe ich von dir geträumt: Du bist mit mir durch die Gassen Trasteveres in Rom geschlendert, warst mit mir in Leipzigs Hinterhöfen, hast mich sogar in Hamburg besucht. Du hast mich getröstet, wenn ich Liebeskummer hatte, hast mich aufgebaut, wenn ich Energie brauchte, warst immer für mich da, wenn das Bauchgefühl gestimmt hat. Und nun? Ich muss dich für kurze Zeit verlassen. Mit Magenschmerzen und wahnsinnigen Sehnsüchten, mit Entzugserscheinungen und weinenden Augen. Liebe Pasta, ich vermisse dich!

"Tagliolini con asparagi" - Pasta mit Spargelspitzen und einem Hauch Pecorino. Zum Niederknien!

"Tagliolini con asparagi" - Pasta mit Spargelspitzen und einem Hauch Pecorino. Zum Niederknien!

Weißt du noch damals in Rom, ziemlich spät, in dieser hübschen Trattoria, die Tischdecken waren grün-weiß kariert, an den Decken hingen Körbe mit italienischen Keksen. Aber die waren mir egal. Denn du warst da: Tagliolini con asparagi. Allein wie das klingt! Hach, ich kann mich noch genau daran erinnern: Diese Pasta war hausgemacht, von satter gelber Farbe mit grünen Spargelspitzen, umhüllt von einer sämigen Sauce aus Olivenöl und frisch geriebenem Pecorino. Das war mehr als nur Pasta, das war eine Komposition. Und ich aß jeden Bissen mit einem Lächeln auf meinem Gesicht.

"Ich habe versucht, dich zu ersetzen"

Und dann warst du in Leipzig. In einem Imbisswagen bei "Alfredo", und man konnte dich nur auf zwei Gasflammen zubereiten, aber auch da wurdest du mit viel Liebe behandelt. Die Sauce, die dich umgab, bestand aus saftigen Tomaten, einem Hauch Schalotten und kräftigem Knoblauch, Kapern, schwarzen Oliven und Parmesan-Käse, der dir zur Perfektion verhalf. Die Freude, die du mir in diesem Moment bereitet hast, kann ich kaum in Worte fassen. Es war ein weiterer Moment des reinen Glücks in unserer Beziehung.

Ich muss aber zugeben, dass ich versucht habe, dich zu ersetzen. Und ich hoffe, du wirst es mir nicht übel nehmen, aber ich habe eine herzhafte Bolognesesauce mit frischen Tomaten, Sellerie, Schalotten, Knoblauch und Basilikum gekocht. Die war unheimlich lecker, aber ich habe sie nicht mit Spaghetti oder Tagliatelle vermischt, sondern mit Zucchini-Streifen. Ja, ich weiß, es ist nicht dasselbe. Ehrlich gesagt, sie waren überhaupt kein Ersatz. Im Gegenteil! Danach war die Sehnsucht nach dir noch viel größer.

Die beste Pasta in Leipzig gibt es bei "Alfredo" in der Riemannstraße 50. Die Pasta ist hausgemacht, die Saucen sind zum Reinlegen. Hach, ich muss bald wieder nach Leipzig.

Die beste Pasta in Leipzig gibt es bei "Alfredo" in der Riemannstraße 50. Die Pasta ist hausgemacht, die Saucen sind zum Reinlegen. Hach, ich muss bald wieder nach Leipzig.

"Ich war im Glück"

Wenn ich traurig war, konntest du mich immer trösten. Denn ich habe einfach einen großen Topf mit Wasser aufgesetzt, Salz hinzugefügt und Spaghetti oder Tagliatelle behutsam hineingelegt. Dann habe ich eine Sauce aus Tomaten, Schalotten, Knoblauch, frischem Basilikum und einem Hauch Parmesan zubereitet. Mehr braucht es nicht, um dich richtig in Szene zu setzen. Wenn mir mal nach Käse war, dann ließ ich Gorgonzola mit Butter in einer Pfanne schmelzen, fügte etwas Milch und Sahne hinzu, rieb Muskatnuss hinein und würzte mit frischen Kräutern wie Petersilie und Basilikum. Ich mischte Farfalle unter die Gorgonzola-Sauce, gab schwarzen Pfeffer aus der Mühle hinzu und war im Glück.

Keine Angst, wenn ich jetzt in der Vergangenheit schreibe. Wir werden uns wiedersehen. Auch wenn es noch ein paar Tage dauert. 22 Tage, um genau zu sein. Dann aber machen wir Lasagne. Die gute, mit einem Fleischragú, das drei Stunden vor sich hin köchelt, bevor ich es mit einer Bechamélsauce und den Nudelplatten schichte. Aber das ist eine andere Geschichte...

Sie können Denise Wachter hier auf Twitter folgen: @wachter_denise.

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