HOME

Stern Logo Ratgeber Grillen - Fortgeschrittene

Online einkaufen: Kann Fleisch aus dem Internet wirklich schmecken?

Wer besonderes Fleisch auf dem Grill haben möchte, überfordert schnell das Angebot beim Metzger und im Supermarkt. Im Web dagegen gibt es nahezu alles. Doch online Fleisch kaufen? Aber klar!

Von Henry Lübberstedt

So sind die Online-Steaks verpackt: Styroporkarton, Kühlakkus und Luftpolster. Knapp vier Grad Celsius nach 30 Stunden. Wärmer darf es nicht sein.

So sind die Online-Steaks verpackt: Styroporkarton, Kühlakkus und Luftpolster. Knapp vier Grad Celsius nach 30 Stunden. Wärmer darf es nicht sein.

Wer seinen Grillgästen etwas ganz Besonders anbieten möchte, etwa ein "richtiges" Steak, muss sich auf eine längere Suche einstellen. Die örtlichen Metzger mit direktem Draht zu lokalen Bauern sind weitgehend von den Discountertketten und der "Billig"-Mentalität hinweggefegt worden. Selbst in vielen gut sortierten Supermärkten hat die Fleischtheke dem Kühlregal mit abgepackter Ware weichen müssen. Auch bei einem Metzger ist die Auswahl mitunter übersichtlich. Denn gerade die kleinen Fachgeschäfte müssen sich auf die Nachfrage ihrer Kunden einstellen. Und wenn T-Bone-Steak nicht regelmäßig nachgefragt ist, gibt es auch keines. Fleisch ist schnell verderblich. Was binnen einer Woche nicht verkauft wird, kommt in die Wurst und damit auf die Verlustrechnung.

Hier schlägt die Stunde der Online-Fleischversender. Die Fachgeschäfte mit Webanschluss können die Nachfrage bündeln und dadurch selbst Ausgefallenes laufend anbieten, wie etwa Porterhouse-Steaks der US-Qualitätsstufe Prime vom Black Angus Superbullen. Natürlich frisch aus dem Steakland USA. So ein sechs Zentimeter hoher Ein-Kilo-Kawenzmann auf dem Teller sieht nicht nur wahnsinnig beeindruckend aus – er schmeckt auch unfassbar gut.

Doch aller Geschmack nützt nichts: Die Deutschen trauen dem Fleischeinkauf im Web nicht so recht über den Weg. Burkhardt Schulte, Geschäftsführer von Gourmetfleisch.de, kann auch verstehen warum: "An der Theke und selbst bei abgepackter Ware können die Leute das Fleisch mit eigenen Augen auswählen. Online geht das nicht, da müssen sie uns vertrauen. Diese Hürde muss der Online-Kunde am Anfang nehmen."

Saubere Sache: Jedes Steak ist einzeln verpackt und trägt einen Namen

Saubere Sache: Jedes Steak ist einzeln verpackt und trägt einen Namen

Über zwei Hürden musst Du gehen ...

Mit der Hürde steht Gourmetfleisch vor der gleichen Herausforderung wie die noch übersichtliche Anzahl seiner Mitbewerber etwa Otto-Gourmet, Gourmondo oder Tillygourmet. Das zweite Hindernis dürfte der Preis sein. Die Vier führen nicht umsonst "gourmet" im Namen. Ihre Angebote sprechen in Auswahl und Preis den Feinschmecker an. "Dem Preis der Supermärkte können wir kein Paroli bieten, wir können nur über die Qualität punkten", so Schulte.

Von der Bürde des Kostendrucks selbst befreit, lassen die größeren Anbieter in Sachen Güte und Auswahl jeden Metzger weit hinter sich. Otto-Gourmet bezieht sein Rindfleisch von ausgesuchten Höfen in den USA, von Tillygourmet kann vor allem heimisches Wild frisch bezogen werden, und hinter Gourmetfleisch steht gar ein eigener Zerlegbetrieb mit einer 100-jährigen Tradition, der auf Kundenwunsch die Steaks individuell zuschneidet. Das eigentliche Standbein dieser Unternehmen liegt nicht im Web, sondern im Geschäft mit Großkunden oder der gehobenen Gastronomie.

Insofern kann hier der gehobene Grilleur bedenkenlos seine Steaks nach Hause ordern. Und er kann auch sicher sein, dass ihn die Ware unverdorben erreicht. Die meisten Anbieter verschicken per Kurierdienst wie UPS innerhalb von 24 Stunden. Ist die Sendung unterwegs, geht eine Mail oder SMS an den Empfänger. Vier Grad Celsius, wärmer darf es in der Kühlkiste nicht sein. So verlangt es das Lebensmittelgesetz. Gefrostetes Fleisch darf minus 18 Grad Celsius nicht überschreiten. Jeder Anbieter hat seine eigene Methode, die leckere Füllung der Styroporkiste kalt zu halten. Otto-Gourmet.de setzt auf Schockfrosten und füllt den Behälter mit Trockeneis. Tillygourmet.de und Gourmetfleisch.de frieren ihre Produkte nicht ein. Sie favorisieren die Kühlung mit sogenannten Kühlakkus bei etwa zwei Grad. Und wenn es nicht gefällt oder nicht geschmeckt hat, nehmen einige Anbieter die Ware sogar zurück.

Eldorado für ausgefallene Fleischwünsche

Der größte Vorteil beim Online-Fleischeinkauf ist die Vielfalt des Angebots. Filetsteaks vom argentinischen Rind im "Golden Cut"? Kein Problem. Genauso wie ein Rumpsteak vom kanadischen Bison oder vom einem neuseeländischen Wagyu-Rind. Oder doch lieber ein T-Bone-Cut aus einem Black Angus Rind, das noch zwei Wochen zuvor auf einer irischen Weide stand und aufs Meer schaute? Irisches Salzwiesenlamm oder neuseeländische Lammspezialitäten stehen ebenfalls auf der Angebotstafel. Und natürlich auch Schwein, das liebste Grillgut der Deutschen. Hier setzen die meisten Online-Metzger auf das im Freien gehaltene Iberico Schwein. Nur Otto-Gourmet bietet mit dem Schwäbisch Hallischen Edelmastschwein eine Spezialität aus Deutschland an. Wer bei soviel Auswahl nicht weiß, was er als erstes probieren soll, kann bei einigen Anbietern ein Fleisch-Abo abschließen. Für rund 1300 Euro liefert zum Beispiel Gourmetfleisch ein Jahr lang jeden ersten Montag im Monat eine "Steak-Überraschungskiste".

Tipps vom Experten: So gelingt das perfekte Steak

Während Gourmondo.de sich ohnehin als Feinkost-Supermarkt im Web versteht und vom Fleisch bis zum Energy Drink fast alles anbietet, ziehen auch die reinen Fleischanbieter nach. Angeboten wird in der Regel, was zum Hauptprodukt auf den Tisch passt: Wein, Käse, besondere Grillsaucen, Gewürze und ausgesuchte Vorspeisen. Mit dem nötigen Kleingeld lässt sich ein extravagantes Abendessen mit Freunden komplett Online ordern und ins Haus liefern. Sitzen vier Personen am Tisch, erreicht die Rechnung allein für das Rindfleisch schnell die 180 Euro Marke. Edelmastschwein ist etwas günstiger.

Ökobewußt: Aus McPomm statt Argentinien

Doch es geht beim Online-Fleischkauf auch bodenständiger. Einige kleinere Anbieter setzen weniger auf Exotik, sondern mehr auf artgerechte Haltung der Schlachttiere, die behutsam aufgezogen werden und weder Antibiotika noch gentechnisch verändertes Futter bekommen. Hier lohnt ein Blick auf zum Beispiel Fleischlust, Royal Meat und die Genusshandwerker. Und wer in Sachen Bio ganz sicher gehen will, sollte sich MyCow anschauen. Da MyCow nur von regionalen, kleinen Bio-Bauernhöfen Fleisch bezieht, könnte der naturverbundene Steakliebhaber sogar das Rind auf der Weide besuchen, bevor es zu ihm auf den Teller kommt.

Richtig einkaufen: Fünf Fehler, die Sie im Supermarkt vermeiden sollten
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.