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Der große Grilltest mit Nelson Müller: Wurst mit Innereien und Billigfleisch gepanscht – Kontrollstelle erlaubt Verkauf

Bei den Deutschen landen am liebsten Würstchen und Steaks auf dem Grill. Dabei gibt es vor allem bei der Wurst große Unterschiede in der Qualität. Wie leicht Wurst gepanscht werden kann, beweist Sternekoch Nelson Müller.

Wurst

Vorsicht Wurst! So einfach können Würstchen mit Billigfleisch gestreckt werden.

Die Regale im Supermarkt sind voll mit Würstchen: Markenware, Bio-Produkte, No-Name-Würstchen oder Geflügelwürstchen. Zudem sind sie günstig, aber wie gut können die Zutaten für die Billig-Würste eigentlich sein? Sternekoch Nelson Müller hat für ZDFzeit den großen Grilltest gemacht.

Was in die Bratwurst darf, ist im Deutschen Lebensmittelbuch in den Leitsätzen von 2016 festgelegt. Darin steht, welches Fleisch zur Wurst verarbeitet werden. Eine Bratwurst muss beispielsweise mindestens acht Prozent Muskelfleisch enthalten. Werden diese Regeln wirklich eingehalten? Im Großen und Ganzen könnte man alles in die Wurst packen, was man möchte. Schließlich ist Wurst nichts anderes als Püree im Darm.

Darf diese Wurst verkauft werden?

In einem Test bereitet ZDFzeit eine unverkehrsmäßige Wurst zu, die ist mit dreimal so viel Wasser wie erlaubt, Phosphat und Sojaproteinpulver, das nichts in einer Bratwurst zu suchen hat, gestreckt. Darf die so noch verkauft werden? Aus der Grundmasse können mit der gestreckten Variante rund doppelt so viel Würste hergestellt werden.

In einem weiteren Test geht ZDFzeit noch weiter: In die Wurst kommen Innereien und billige Fleischstücke wie Niere und Leber. Die sind in einer herkömmlichen Bratwurst eigentlich tabu. Skrupellose Hersteller könnten mit solchen Tricks jede Menge Geld sparen. Können Kontrollen die gepanschte Wurst entlarven?

Beide Wurstchargen wurden von ZDFzeit in eine staatlich akkreditierte Prüfstelle geschickt. Die Würste dürften so eigentlich nicht verkauft werden: Die eine Charge enthält zu wenig Fleisch, die andere Innereien. Das Ergebnis der Kontrollstelle: Die Wasserwurst wird als nicht verkehrsfähig deklariert. Sie ist damit entlarvt worden. 

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So einfach ist es, Wurst zu panschen

Und wie sieht es mit der Wurst mit Innereien aus? Das Ergebnis ist schockierend: Das Labor stuft die Wurst als verkehrsfähig ein, sie dürfte so verkauft werden. Vor allem wegen des Gammelfleischskandals im Jahr 2005 sind die Ergebnisse alarmierend. Laut Prüfer ist die Wurst im Geschmack produkttypisch, die Innereien wurden nicht entdeckt. Das liegt am Eiweißgehalt. Normalerweise muss eine Bratwurst mindestens acht Prozent Eiweiß enthalten. Die gepanschte Innereienwurst enthielt 13 Prozent. Das beweist, dass die Kontrollen für eine Qualitätskontrolle nicht ausreichend und zu lasch sind. Per Gewebeuntersuchung könnte man schnell herausfinden, welches Fleisch in Würsten enthalten ist. Bislang werden die Untersuchungen nicht gemacht. Der Verbraucher kann nur darauf vertrauen, dass die Hersteller ihre Würste nicht panschen. Ein unbefriedigendes Ergebnis.

Sehen Sie die ganze Sendung "Der große Grill-Test mit Nelson Müller" hier.


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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.