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Rezepte zum Nachkochen: Lassi, Ayran und Iced Tea: Drei kühlende Getränke für heiße Tage

Der überheiße Sommer verlangt nach den richtigen Getränken. Wir empfehlen: Lassi, Ayran und Iced Tea

Mal salzig, mal süß, mal würzig: Das indische Lassi erfrischt in vielen Varianten

Mal salzig, mal süß, mal würzig: Das indische Lassi erfrischt in vielen Varianten

Wenn irgendwer essenstechnisch mit Hitze umzugehen weiß, dann die Inder. Ich war selbst noch niemals in Indien, wohl aber auf der Hindu-Insel Bali, wo ich das Erfrischungsgetränk Indiens kennen- und lieben gelernt habe – es heißt Lassi (fast wie der Hund). Lassi ist preiswert, kinderleicht herzustellen und schmeckt in den überheißen Sommern dieser Spätzeit auch bei uns. Im Grunde besteht es aus wenig mehr als Joghurt und geeistem Wasser – mit wechselnden Frucht- oder Gewürzanteilen; je nach Geschmack. Die Bandbreite zu Varianten ist so umfänglich wie bei Eiscreme.

Ich beschreibe hier erst mal kurz ein salziges Lassi, nur so um zu zeigen, wie einfach und schnell Lassi zubereitet ist. Weshalb es sich übrigens für Nachmittagserfrischungen besser eignet als nach Volumen und in Plastikdosen eingekauftes Fabrikeis, das voller Luft ist und synthetische Aromen, Farb- und Zuckerstoffe enthält, die Stabilisatoren nicht zu vergessen. Auch ist griechischer Naturjoghurt im Kühlschrank nicht schwieriger vorzuhalten als Industrieeis im Eisfach. Hier also Lassi, salzig:

500 ml kühlschrankkalten griechischen Joghurt (natur) mit 800 ml Eiswasser, 1 TL Kreuzkümmel (geröstet und gemörsert), ein paar Umdrehungen schwarzen Pfeffers und 1 TL Salz aufmixen, servieren et voilà.

Ach das war’s schon?

Ja, das war’s schon.

Und das soll schmecken?

Und wie das schmeckt!

Schluck, schluck, schluck … Tatsächlich, köstlich!

Siehste.

Zum Kreuzkümmel: Die indische Küche setzt Gewürze nach Möglichkeit nicht vorgemahlen ein, sondern nimmt ganze Ware, die sie vor dem Einsatz kurz anröstet und dann mörsert. Das scheint lästig, ist aber schnell gemacht und lohnt sich, denn die Aromen verstärken sich immens; ich tippe mal, durch die Verflüssigung der ätherischen Öle.

Und wie das Lassi mixen? Am besten im Mixaufsatz der Küchenmaschine, im Standmixer oder im Thermomix (so man den hat). Natürlich reicht auch der Mix- bzw. Schneidstab, aber wer einen Stand mixer hat, kann einen Teil des Eiswassers auch in Form von ganzen Würfeln zufügen, was das Getränk länger kalt halten wird.

Nun Lassi, süß:

Für eine süße Variante 500 ml kühlschrankkalten griechischen Joghurt (natur) mit 2 EL Zucker, ½ TL gemahlener grüner Kardamomsaat (man nimmt nur die möglichst schwarzen Samen aus den möglichst grünen Kapseln; verblichene Ware taugt nicht), 1 TL Rosenwasser oder Orangenblütenwasser, 1 Briefchen Safranpulver und 800 ml Eiswasser aufmixen und servieren.

Und schließlich Lassi, würzig:

½ TL Ingwerpulver, ½ TL Kreuzkümmelpulver (wenn keine Zeit zum Rösten und Mörsern ist),¼ TL schwarzen Pfeffer und ½ TL Salz mischen. 2 grüne Chilischoten entkernen und feinhacken.

Etwas Koriandergrün und ein paar Minzeblättchen und evtl. auch ein paar ungespritzte Rosenblütenblätter vorhalten. 1 EL blanchierte Mandeln und 1 EL Pistazienkerne in einer Pfanne bei mittlerer Hitze für 2–3 Minuten trocken rösten und dann grobhacken.

500 ml kühlschrankkalten griechischen Joghurt (natur) mit 250 ml Eiswasser und den Gewürzen mixen, in hohe Gläser füllen und mit den gerösteten Mandeln und Pistazien sowie den duftenden grünen und roten, grob gehackten Blättchen bestreut servieren.

Und was ist mit Ayran?

Joghurt scheint von den einst nomadisierenden Turkvölkern erfunden oder zumindest verbreitet worden sein, weshalb es joghurtbasierte Erfrischungsgetränke auch in der türkischen Küche gibt. Dazu gehört Ayran. Wer mal in einen türkischen Grill geht (wie den sehr guten Köz Ocakbasi, Steindamm 6, Hamburg), tut gut daran, zu Lammkoteletts oder Köfte eiskalten Ayran zu trinken – ein wunderbares Zeug. In türkischen Lebensmittelläden kann man es fertig kaufen. Es ist aber, schaut man sich in der Literatur um, auch nichts anderes als Lassi, nur industriell gefertigt, und wird mit getrockneter Minze serviert.

Die türkische Küche kennt Cacik, eigentlich ein Seitengericht für Reisgerichte, Fleisch und gefüllte Teigtaschen. Man pellt 1 junge Knoblauchzehe und zerdrückt sie mit der breiten Messerklinge auf der Arbeitsfläche zusammen mit ½ TL Salz zu einem Matsch. 2 kleine Salatgurkenvierteln, ihren glibberigen Kernbereich herausschneiden, die ungeschälte Frucht dann raffeln. 2–3 Zweige Dill hacken. 500 g griechischen Joghurt mit dem Knofimatsch, dem Gurkengeraffel, dem Dill, 1 TL getrockneter Minze, etwas Zitronensaft und -abrieb sowie etwas Salz verrühren und dann kalt stellen.

Mit Eiswasser verdünnt wird Cacik gern als erfrischende Sommersuppe gegessen.

Eistee oder Iced Tea?

Mir war stets schleierhaft, wie man das Zeug trinken kann, das als Eistee in den Läden verkauft wird, in quietschbunten Tetrapacktüten. Wann immer es mir vorgesetzt wurde, war es unterliegend bitter und mit einer Schminkschicht Zucker geladen übersüßt. Geeister Tee (Iced Tea) dagegen schmeckt:

Guten schwarzen Blatt-Tee brühen und max. 3 Minuten ziehen lassen (man rechnet 2 g Tee auf 150 ml Wasser), abseihen und erkalten lassen, am besten über Nacht im Kühlschrank. Viele Eiswürfel vorhalten; als Spinner mache ich mir meine aus stillem Fachinger. Den Tee mit Zitronensaft und Ahornsirup würzen. Ein großes Glas mit möglichst vielen Eiswürfeln füllen und erst beim Servieren mit kaltem Tee übergießen. Evtl. Minzeblätter oder solche von Zitronenmelisse zufügen.

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