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Legend Diner "50 Dollar, wenn ich die Maskenpflicht erklären muss": US-Diner stellt Corona-Diskussion in Rechnung

In den USA ist die Gastronomie wieder geöffnet (Symbolbild)
In den USA ist die Gastronomie wieder geöffnet (Symbolbild)
© catnap72 / Getty Images
Während hierzulande weitere Verschärfungen diskutiert werden, hat Texas die Maskenpflicht in Restaurants aufgehoben. Der Betreiber eines Diners will trotzdem, dass seine Gäste Maske tragen. Und sorgt nun mit einem Schild für Aufmerksamkeit.

Alle Restaurants und Läden geöffnet, die Maskenpflicht aufgehoben – in Texas wird gerade umgesetzt, wovon viele Deutsche nach dem langen Lockdown-Winter träumen. Dabei ist das Infektionsniveau nach wie vor hoch. Um sich und ihre Gäste zu schützen, setzen die Diner-Betreiber Wayne und Kat LaCombe aus Denton daher weiter auf die Maskenpflicht in ihrem Restaurant. Nur auf Diskussionen darüber haben sie keine Lust mehr.

Ein Schild am Eingang des Legends Diner macht die Regeln deshalb schon vor dem Eintreten klar: "Unsere neuen Zuschläge", heißt es da. "50 Dollar, wenn ich dir erklären muss, warum hier Masken weiter Pflicht sind." Noch weniger als auf Erklärungen haben sie aber offenbar Lust auf Widerworte: "75 Dollar, wenn ich dir zuhören muss, warum du nicht meiner Meinung bist", setzt das Schild den Preis dafür fest.

Kein politisches Statement

"Ich fand es lustig, also hängte ich das Schild auf, um einen Punkt zu machen", erklärt Wayne LaCombe gegenüber dem US-Sender CNN. "Und schon fünf Minuten, nachdem wir es aufgehängt hatten, waren die ersten hereinkommenden Gäste dabei, darüber zu lachen und Fotos zu machen." Tatsächlich hat das Schild einen Werbeeffekt: Zwei Paare hätten ihm berichtet, dass sie seit Monaten zum ersten Mal Essen gegangen seien und sich wegen des Schildes für das Diner entschieden hatten. "Das ist eine Ehre für uns", so LaCombe.

Die Diskussion um Masken wird in den USA deutlich aggressiver geführt als in Deutschland. Nach dem Vorbild Donald Trumps verweigern es vor allem Wähler der Republikaner immer wieder, Masken zu tragen. Die Entscheidung, die Maskenpflicht abzuschaffen, traf Texas' republikanischer Gouverneur Greg Abbott, der sie mit sinkenden Infektionszahlen begründete. Weil die 7-Tage-Inzidenz aber immer noch bei etwa 100 liegt und die Impfzahlen in Texas im Vergleich mit dem gesamten USA recht niedrig sind, ist sie umstritten. 

Die LaCombes sehen ihre Maskenpflicht im Restaurant allerdings nicht als politische Frage. "Wir bitten nur unsere Gäste, eine Maske zu tragen, wenn sie an anderen Gästen vorbeigehen, die gerade essen", erklärt die ehemalige Krankenschwester Kat LaCombe in einem Facebook-Post. "Das ist eigentlich nicht viel verlangt. Aber offenbar ist es das doch." Um klarzumachen, worum es ihnen geht, ließen sie daher noch an einer der Scheiben ein Bild von einer Aushilfe malen, die Kunst studiert. Es zeigt eine Frau mit Maske. Und den Text: "Masken erforderlich. Es ist respektvoll, nicht politisch."

Quellen:CNNFacebook

mma

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