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Neue Pläne Tim Mälzer verkauft mit zwei Kollegen jetzt Corona-Tests – ohne damit Geld verdienen zu wollen

Tim Mälzer macht mit seinen Kollegen Nägel mit Köpfen – und verkauft Corona-Selbsttests
Tim Mälzer macht mit seinen Kollegen Nägel mit Köpfen – und verkauft Corona-Selbsttests
Gemeinsam mit Tim Raue und The Duc Ngo geht der Gastronom neue Wege, um seiner Branche zu helfen. In einem Interview haben die Köche nun über die Ziele des Projekts gesprochen.

Kaum eine Branche leidet seit über einem Jahr so sehr unter den Folgen der Pandemie wie die Gastronomie – doch es scheint Licht am Ende des Tunnels erkennbar zu sein: Die Infektionskurve sinkt, die Zahl der Geimpften steigt. Und damit verbunden ist die Erwartung, dass Restaurants und Cafés bald endlich wieder richtig loslegen können.

Noch ist nicht klar, unter welchen Bedingungen die Gastronom:innen im Sommer werden arbeiten dürfen (oder müssen). Doch es besteht kein Zweifel, dass es weiterhin zu Einschränkungen kommen wird. So lange das Coronavirus sich noch ausbreitet, wird es Regeln geben. Davon gehen auch Tim Mälzer, Tim Raue und The Duc Ngo aus, drei der größten Stars der deutschen Gastronomie.

Und sie rechnen, mal abgesehen von Abstandsregeln und der damit verbundenen beschränkten Gästezahl, damit, dass die Corona-Tests im Mittelpunkt stehen werden. Sei es für die Angestellten oder für spontane Besucher, die keinen gültigen Test (oder Impfnachweis) dabeihaben. Weshalb Tim Mälzer, Tim Raue und The Duc Ngo entschieden haben, exklusiv für Gastronom:innen Corona-Selbsttests zu verkaufen – und zwar ohne eigene finanzielle Interessen, sondern zum Selbstkostenpreis.

Tim Mälzer: "Wir haben das ja schon mal bei den Masken erlebt"

Im Gastro-Fachmagazin "Rolling Pin" haben die Köche nun über ihre Beweggründe gesprochen. "Wir haben das ja schon mal bei den Masken erlebt, wo ein Produkt, das eigentlich 20 Cent kostet, plötzlich für drei bis fünf Euro verkauft wird", sagt Tim Mälzer. Weshalb für ihn und seine Kollegen klar gewesen sei, dass sie tätig werden wollen, als sich abzeichnete, "Gastronomen einen Selbsttest zum absoluten Killer-Preis anbieten" zu können, "damit der Gastronom nicht noch weitere Kröten schlucken muss". Und Tim Raue ergänzt: "Wir wollen unabhängig von der Regierung und ihren Stellen bleiben", denn: "Habe ich keine Tests, kann ich nicht operieren." Mälzer spricht im "Rolling Pin" von bis zu 500 Millionen Tests, die die Gastro pro Woche benötigen werde.

Starkoch Tim Mälzer vor einem Plakat von "Kitchen Impossible"

Vor wenigen Wochen haben die drei Köche daher Nägel mit Köpfen gemacht und verkaufen nun online unter www.gastro-selbsttest.de exklusiv an Kolleg:innen Tests und Masken – und zwar zu Preisen, die deutlich unter den Beträgen liegen, die man aus Apotheken oder Drogeriemärkten kennt. Ein Selbsttest kostet netto 3,10 Euro, eine FFP2-Maske 42 Cent. Für das Projekt haben die Köche die "Gastro Selbsttest GmbH" gegründet, die hinter der Website steht. Nach eigenen Angaben werden die Tests von der Hamburger Unternehmensgruppe KLT Health Group bezogen.

Tim Mälzer und Tim Raue sind Sprachrohre ihrer Branche

Seit Beginn der Pandemie sind Tim Mälzer und Tim Raue darum bemüht, ihre Prominenz zu nutzen, um als Sprachrohr der Gastronomie auf die Bedürfnisse und Sorgen ihrer Branche hinzuweisen. Und Mälzer macht auch kein Geheimnis daraus, dass er sich um kleine, weniger prominente Restaurants mehr Sorgen macht als um sein eigenes, das zuletzt zum Corona-Testzentrum gemacht wurde.

"Es macht klarerweise einen Unterschied, ob ich eine Bullerei coronasicher machen will oder ein Restaurant mit 20 Plätzen. Und wenn das Café um die Ecke oder der kleine Grieche keine Tests bekommt, weil er in der Bestellhierarchie ganz unten landet, ist das katastrophal. Wir haben bei uns in Deutschland festgestellt, dass die Politik nicht in der Lage ist, die notwendigen Materialien sicherzustellen. Somit sind wir als Unternehmer gefragt, das auszugleichen." Weshalb Mälzer, Raue und The Duc Ngo nun einen Online-Shop betreiben. Ohne damit selbst Geld verdienen zu wollen, sondern um Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen.

Quellen: "Rolling Pin" (Printmagazin, Nr. 251),  www.gastro-selbsttest.de, falstaff.de

sw

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