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Abstinenz: Sieben Jahren "ohne" – warum gar kein Alkohol auch keine Lösung ist

Wenn wir mal ehrlich sind, trinken wir eher zu viel als zu wenig Alkohol. Ich natürlich auch, also habe ich irgendwann aufgehört und das auch ohne Probleme sieben Jahre lang durchgehalten. Bis ich genug von der Abstinenz hatte.

Bye, bye Geselligkeit. Das nervte dann doch.

Bye, bye Geselligkeit. Das nervte dann doch.

Getty Images

Wenn jemand plötzlich beschließt, weder Wein noch Bier zu trinken, soll häufig ein besonderes Ereignis vorangegangen sein. Ein Unfall am Steuer, ein Blackout, ein mahnendes Gespräch des Arztes oder ein peinlicher Auftritt auf der Firmenfeier.

Bei mir war der Anlass eher unspektakulär. Am Anfang stand ein Urlaub in Italien. Mit zwei alten Freunden im Gepäck. Der erste zeigte sich trotz der Hitze als ausgewiesener Freund teurer und schwerer Weine. Zum Warmwerden, danach wurde auf schwere Alkoholika umgestellt. Noch fataler war Freund Nummer zwei. Als Barkeeper beherrschte der die Kunst, andere in einem fort abzufüllen, selbst aber nur gelegentlich zu nippen. Es wurde also weitaus mehr getrunken als sonst. Dann eskalierte die Sache vollends, als Freund Nummer eins den Barkeeper stockbetrunken mit einer Art Luft-Pistole beschoss.

Ohne Mühen aufgehört

Im Nachhinein dachte ich: "Das muss nicht sein. Du bist schon lange kein Teenie mehr." Und hörte fortan auf, Alkohol zu trinken. Konsequent. Nur auf Feiern und zu Silvester nippte ich einmal (!) am Champagner, um nicht den Spielverderber zu geben. Das ging dann sieben Jahre so.

Innerlich hatte ich keine Probleme mit dem Umstieg. Es wunderte mich nur, dass mir nichts fehlte. Zu den positiven Dingen gehörte, dass ich weit weniger häufig als zuvor zum Container mit dem Altglas musste. Kunststück, jetzt wo nur noch Senf und Gurkengläser zu Hause gesammelt wurden. Anstatt abends bei einem oder zwei Glas Wein TV zu sehen, machte ich lieber Sport. Anstelle eines Biers stemmte ich seltsame bulgarische Gewichte in Lederschläuchen.

Gesund war die Phase also gewiss.

Das nervte mich am Leben ganz ohne Alkohol

Gab es Nachteile? Wohl auch. Hatte ich aber vorher gedacht, ich würde morgens nie wieder müde aufwachen, stets hoch konzentriert sein und überhaupt immer frisch und munter, zeigte sich schnell, dass Abstinenz diese Alltagswehwehchen nicht abstellen konnte.

Da hatte ich mir zu viel von der Sache versprochen.

Hatte ich zuvor an den Wochenenden gern und lange in der Küche gestanden, verlor ich nun das Interesse am Kochen. Zu einem guten Essen gehörte bei mir unbewusst auch ein guter Wein dazu. Fehlte der, musste es auch kein aufwendiges Mahl mehr sein. Das zelebrierte große gemeinsame Essen fehlte schon, doch auch das konnte ich verschmerzen. Weniger schön war, dass ich zusehends ungeselliger wurde. Wenn man stets nüchtern ist, entwickelt man eine feine Nase, wenn andere das nicht mehr sind. Zumindest bei mir war das so.

Doch der Zustand "leicht angetütert" ist abends eher Regel als die Ausnahme. Solange im Theater ein Gläschen getrunken wird oder etwas Wein zum Essen getrunken wurde, war es kein großes Problem, selbst bei Wasser und Saft zu bleiben. Doch relativ schnell kurbelte der Alkohol die Stimmung bei den anderen an und bei mir ging sie dann regelmäßig in den Keller. Ich fand die Witze nicht lustig und die Sprüche nicht spritzig. Dafür entwickelte ich sensible Antennen, bei wem sich Probleme mit der Artikulation anbahnten. Kurzum: Ich wurde zur perfekten Spaßbremse.

Ich war dann raus aus der Gruppe und den Gesprächen und ging regelmäßig früh nach Haus. Und das passierte keineswegs nur beim Après-Ski oder auf der Weihnachtsfeier. Mag sein, dass andere stocknüchtern Party machen können, ich konnte es nicht.

Irgendwann hatte ich von der Phase genug und schenkte mir ein Glas Wein ein. Bereut habe ich die sieben Jahre "ohne" nicht, aber auch nicht, dass sie irgendwann vorbei waren. 

Susanne Kaloff spricht über ihr alkoholfreies Jahr
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.