Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
gerade gestern habe ich wieder gelesen, dass Bier und Wein für viele in Deutschland immer noch für Geselligkeit und schöne, gemeinsam verbrachte Stunden stehen.
Leider ist auch wahr: Alkoholkonsum führt in Deutschland jedes Jahr zu etwa 44.000 Todesfällen und sieben Millionen Klinikbehandlungen. Alkohol gehört damit zu den führenden vermeidbaren Todesursachen, so die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS).
Obwohl insgesamt weniger getrunken wird, konsumieren noch immer rund 8,6 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren alkoholische Getränke in gesundheitlich riskanter Weise. Das sogenannte Rauschtrinken ist unter Jugendlichen weiterhin erschreckend beliebt. Waren es früher hauptsächlich junge Männer, die so exzessiv tranken, haben heranwachsende Frauen inzwischen kräftig aufgeholt.
Alkohol zu trinken, mag sich im ersten Moment gut anfühlen, aber die langfristigen Schäden, die Bier und Co. im Körper anrichten, werden von vielen unterschätzt. Alkohol erhöht die Ausschüttung des Neurotransmitters Dopamin im Gehirn, auch deswegen fühlt man sich so gut nach einem Glas Bier. Aber genau dieser Mechanismus macht abhängig. Alkohol unterdrückt gleichzeitig Gehirnaktivitäten, primär in Bereichen, die für die Selbstkontrolle wichtig sind. Wer trinkt, ist deswegen enthemmter. Auch die Körperkontrolle geht schrittweise verloren – bis hin zur Bewusstlosigkeit. Wer über längere Zeit regelmäßig Alkohol trinkt, dessen Gehirn kann im Laufe der Zeit schrumpfen.
Alkohol soll laut WHO für sieben Krebsarten verantwortlich sein
Bereits im Mund richtet Alkohol Schaden an. Der Stoff wird dort von Mikroben in Acetaldehyd umgewandelt, eine Substanz, die Entzündungen und Gewebeschäden hervorruft. Sie gilt als krebserregend und kann in der menschlichen DNA gefährliche Mutationen hervorrufen. Alkoholkonsum erhöht das Risiko, an Mund- und Rachenkrebs zu erkranken um bis zu 13 Prozent, und das für Speiseröhrenkrebs um bis zu 26 Prozent. Ein alkoholisches Getränk pro Tag reicht dafür schon aus.
Früher galt, Rotwein sei gut für das Herz. Heute weiß man: Unsinn. Mit dem Alkoholkonsum steigt die Gefahr, an Bluthochdruck zu erkranken. Außerdem verändert sich der Herzschlag – in manchen Fällen bis hin zu gefährlichen Rhythmusstörungen. Bei Frauen, die täglich ein alkoholisches Getränk konsumieren, steigt die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken, um etwa zehn Prozent. Bei zwei Getränken sogar um 19 Prozent.
Im Magen kann Alkohol ebenfalls für Entzündungen sorgen. Das spüren viele nach einer durchtrunkenen Nacht, wenn ihr Magen rebelliert. Langfristig können sich daraus gefährliche Blutungen und das sogenannte Leaky-Gut-Syndrom entwickeln. Die Darmschleimhaut wird dabei durchlässig, Nahrungsbestandteile und Mikroben entweichen aus dem Darm und gelangen in den Blutkreislauf. Das Darmkrebsrisiko steigt um 25 Prozent für Menschen, die zwei oder mehr alkoholische Getränke pro Tag zu sich nehmen. Die Leber ist das anfälligste Organ für Schäden durch Alkohol: Sie kann verfetten und verhärten, chronische Entzündungen entstehen. Die Krebsgefahr steigt auch hier langfristig an. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Alkoholkonsum für mindestens sieben Krebsarten verantwortlich.
Das ist leider die wissenschaftliche Wahrheit zum Prosit.
Achtung: Die Bären sind los!
Durch Reisfelder, Bambus- und Zedernwälder – eine der schönsten Wanderungen Japans führt von Magome nach Tsumago durch ländliche Regionen. Doch dort lauert auch eine Gefahr: Bären. Sie sind gerade aus dem Winterschlaf erwacht und jetzt besonders hungrig.
5-Minuten-Talk: Gipfel der Tortur
Es wird ein Schaulaufen. Die CEOs großer Konzerne kommen, Mittelstandschefs, CDU-Politiker und Lobbyisten. Und auf jedem Panel wird es um die Frage gehen, wie das Land wieder nach vorne kommt. Die Frage richtet sich vor allem an einen: an Friedrich Merz, den Kanzler.
Die Bosse verlieren die Geduld mit ihm und der schwarz-roten Regierung. Seit Monaten schon warnen sie davor, die Reformen zu verschleppen. Und jetzt kommen auch noch Rezessionsängste dazu, seit Donald Trump ankündigte, die Zölle auf Autos und Lkw drastisch zu erhöhen. Gibt es ein Rezept dagegen? Hat der Kanzler den Ernst der Lage verstanden? Die stern-Politikchefs Veit Medick und Jan Rosenkranz analysieren einen Gipfel, der für Merz zur Tortur werden könnte.
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Das passiert am Montag, dem 4. Mai 2026
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- Außenminister Johann Wadephul reist zu einem Besuch nach Griechenland
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Freuten wir uns eben noch über verschiedene Körperformen auf den Laufstegen, Plus-Size-Models auf dem „Vogue“-Cover und Serienheldinnen, die nicht in die 90-60-90-Norm passten, ist heute der Size-Zero-Wahn zurück. „Nichts schmeckt so gut, wie sich dünn sein anfühlt“ – der berühmt-berüchtigte Satz, geäußert vom stets sehr dünnen Supermodel Kate Moss, er passt wieder zum Zeitgeist. Der Magerwahn feiert sein Comeback, extremer denn je. Schon Teenager verzweifeln an ihrem Körper, und Social Media liefert Vorlagen zum Hungern. Wie schützen wir uns und unsere Kinder?
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Alexandra Kraft