Irankrieg
Donald Trump will festsitzende Schiffe durch Straße von Hormus „geleiten“

Donald Trump wird aktiv. Schiffe in der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus ist für Tankschiffe seit Ausbruch des Irankrieges kaum mehr passierbar. Donald Trump will das nun ändern
© Altaf Qadri/dpa

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Donald Trump hatte mal wieder eine rege Nacht auf seinem sozialen Netzwerk. Jetzt kündigte er an, die US-Marine werde an der Straße von Hormus helfen.

Die US-Marine will nach Angaben von Präsident Donald Trump am Montag damit beginnen, in der Straße von Hormus festsitzende Schiffe aus der Meerenge heraus zu „geleiten“. Um diesen Einsatz hätten „Länder aus aller Welt“ gebeten, erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Die Aktion stehe unter dem Titel „Projekt Freiheit“.

„Zum Wohle des Irans, des Nahen Ostens und der Vereinigten Staaten haben wir diesen Ländern zugesichert, ihre Schiffe sicher aus diesen gesperrten Gewässern zu geleiten, damit sie ihren Geschäften ungehindert nachgehen können“, schrieb Trump. Die Aktion werde am Montagmorgen Ortszeit beginnen. Sie gelte aber nur für Schiffe von Ländern, die in den Irankrieg „nicht verwickelt“ sind. Sollte „in irgendeiner Weise“ in die Aktion eingegriffen werden, werde „dieser Eingriff leider mit Gewalt beantwortet werden müssen“, erklärte Trump.

Donald Trump sieht die Wiederaufnahme des Krieges als „Option“

Trump lobte außerdem die Verhandlungen mit Teheran über eine Beendigung des Irankrieges. „Ich weiß ganz genau, dass meine Vertreter sehr positive Gespräche mit dem Land Iran führen und dass diese Gespräche zu etwas sehr Positivem für alle führen könnten“, erklärte er auf Truth Social.

Zuvor hatte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, im Staatsfernsehen gesagt, Teheran habe einen 14-Punkte-Plan „mit Schwerpunkt auf der Beendigung des Krieges“ vorgelegt und Washington habe darauf in einer Botschaft an pakistanische Vermittler geantwortet. „Wir prüfen dies und werden jede notwendige Maßnahme in dieser Angelegenheit ergreifen“, sagte Bakaei.

Seit Inkrafttreten einer Waffenruhe Anfang April kommen die Bemühungen zur Beendigung des Konflikts nicht voran. Gut zwei Monate nach Beginn des Irankrieges wächst damit die Sorge vor einer erneuten Eskalation. Am Samstag hatte Trump erklärt, eine Wiederaufnahme des Krieges sei eine „Option“.

Die Reaktion auf Trumps Vorstoß aus Teheran kam prompt. „Jede amerikanische Einmischung in die neuen Seeverkehrsregelungen in der Straße von Hormus wird als Verstoß gegen die Waffenruhe angesehen“, erklärt der Vorsitzende des iranischen Parlamentsausschusses für nationale Sicherheit, Ebrahim Asisi, im Onlinedienst X.

Der Irankrieg hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Das iranische Militär sperrte zudem die für die Öl- und Flüssiggastransporte wichtige Straße von Hormus weitgehend, der Ölpreis stieg dadurch steil an. Die USA wiederum blockieren iranische Häfen.

AFP
akr

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