VG-Wort Pixel

Biestig und Bio Sechs spannende Whiskys für den Herbst

Bio, biestig oder wie ein Brot: Wir stellen fünf spannende Whiskys vor.
Bio, biestig oder wie ein Brot: Wir stellen fünf spannende Whiskys vor.
© Getty Images
Herbst und Winter ist die Zeit der dunklen Spirituosen. Wir stellen sechs Whiskys vor, die selbst Kenner noch nicht alle probiert haben dürften.

Der Sommer mag dem Gin Tonic gehören. Doch nun, wo die Weinfeste vorüber sind, die Tage kürzer und die Mäntel länger werden, schlägt die Stunde der dunklen Spirituosen. Rum, Cognac und - allen voran - Whisk(e)y erfreuen sich großer Beliebtheit. Wir stellen sechs Sorten vor, die Whisky-Kenner*innen probieren sollten.

Biestig und Bio: Sechs spannende Whiskys für den Herbst
© Hersteller/PR

Ardbeg Wee Beastie: Rauchiges Biest 

Wer einen Whisky mit Ecken und Kanten im Glas hat, sollte sich den Wee Beastie von Ardbeg anschauen. Hierbei handelt es sich um die neue, fünfjährige Standardabfüllung der Brennerei, die ebenfalls ihren Sitz auf Islay hat. Benannt ist die Sorte nach einem kleinen Monster, welches in den dortigen Mooren sein Unwesen treiben soll - das kleine Beast, Wee Beastie.

Durch das junge Alter sind die süßen Rauchnoten noch sehr präsent, die an einen Mix aus Lakritze, Bitterschokolade, Speck und kaltem Aschenbecher erinnern. Eine zugegeben merkwürdig, ja unangenehm klingende Mischung. Doch seien Sie offen, dieser Whisky entfaltet seine Faszination nach ein paar Schlucken. Denn zusammen mit den 47 Volumenprozent wird im Glas schnell klar: Das ist kein typischer Feierabend-Dram. Am Wee Beastie kann man entspannt sippen, während man den draußen wütenden Sturm durch das Fenster beobachtet.

Biestig und Bio: Sechs spannende Whiskys für den Herbst
© Hersteller/PR

Stauning Kaos: Jetzt wird es "kaotisch"

Guten Whisky gibt es auch außerhalb Schottlands, und eine der derzeit angesagtesten Abfüllungen kommt aus Dänemark. Die Stauning Distillery erlangte globale Bekanntheit, als das Noma - immerhin viermal zum besten Restaurant der Welt gewählt - im Jahr 2011 seine Whisky-Sorten aussortierte und fortan ausschließlich Stauning-Produkte servierte. Der Rye ist ein exzellenter Whisky für Einsteiger - doch spannender ist der sogenannte "Stauning Kaos".

Dabei handelt es sich um einen Blend verschiedener Fässer. Die Mischung setzt sich aus drei Fässern Rye, zwei Fässern getorftem und einem Fass nicht-getorftem Single-Malt-Whisky zusammen. Zudem kommt ein mit Heidekraut-Aromen versetzter Whisky hinzu. Am Ende kreuzen sich in der Nase Getreidearomen, Schokolade und würzige Zimtnoten. Im Mund gesellen sich Noten von Lakritz und getrockneten Früchten zur dezenten Vanille. Das ist nicht jedermanns Sache, aber fraglos spannend.

Biestig und Bio: Sechs spannende Whiskys für den Herbst
© Hersteller/PR

Kyrö Rye: Flüssiges Roggenbrot aus Finnland

Isokyrö ist ein Ort, den selbst geschulte Whisky-Kenner nicht so schnell auf der Landkarte finden würden. Er befindet sich gut 400 Kilometer nördlich der finnischen Hauptstadt Helsinki und ist der Sitz der Kyrö Distillery. Diese brennt ihre Spirituosen ausnahmslos aus 100 Prozent finnischem Vollkornroggen. Klar, schließlich ist Roggen in Finnland Kulturgut - nirgendwo sonst in Europa wird mehr davon verbraucht. Abgefüllt werden die Flaschen mit 47,2 Prozent.

Dieser Whisky schmeckt wie frischgebackenes Roggenbrot, mit süßen Noten von Honig und Karamell. Je länger er im Mund ist, desto mehr dominieren würzige Noten.

Biestig und Bio: Sechs spannende Whiskys für den Herbst
© Hersteller/PR

Waterford Organic Gaia 1.1: Bio mit eindeutiger Herkunft

Die Waterford-Brennerei sorgt ebenfalls seit einiger Zeit für Aufsehen in der Whisky-Szene. Gegründet wurde sie von Mark Reynier, dem ehemaligen Geschäftsführer der schottischen Bruichladdich-Brennerei. Er vereint seit Neuestem gleich zwei ungewöhnliche Konzepte: Zum einen produziert er Irish Whiskey mit Terroir-Ansatz - schreibt ihn aber ohne e, also Whisky. Gemeint ist damit der herkunftsspezifische Charakter der Grundzutat, in diesem Fall Gerste. Immerhin sind auf jedem Feld Bodenzusammensetzung und Sonneneinstrahlung unterschiedlich, was sich am Ende im Geschmack niederschlägt. Das kennt man sonst eher aus der Welt der Weine.

Mit der neuen Sorte "Organic: Gaia 1.1" produziert er nun außerdem den ersten bio-zertifizierten Whiskey aus Irland. Bei Lebensmitteln hat man längst die Wahl zwischen herkömmlicher und ökologischer Landwirtschaft, bei Spirituosen ist Bio dagegen eine absolute Nische. Auf die menge gesehen stimmt das auch bei Waterford: Weil die Menge an Bio-Gerste überschaubar war, musste das Unternehmen die Jahrgangsernte mehrere Farmer gemeinsam verarbeiten. Doch perspektivisch plant die Destillerie mit 400 bis 600 Fässern Bio-Whisky pro Jahr. Benannt ist der Whisky übrigens nach Erdenmutter Gaia aus der griechischen Mythologie. Abgefüllt wird er mit 50 Volumenprozent.

Biestig und Bio: Sechs spannende Whiskys für den Herbst
© Hersteller/PR

St. Kilian: Whisky trifft auf Rhum Agricole und Tonkabohne

Nicht nur Gerste, Brennblase und Erfahrung der Mitarbeiter*innen entscheiden über den Geschmack eines Destillats, sondern auch das Fass. Ob ein ehemaliges Sherry- oder Eichenfass zum Einsatz kommt prägt maßgeblich die Aromen. Besonders ungewöhnlich ist das Tasting-Set der Spirituosenmesse Hanse Spirit, die aufgrund der Corona-Pandemie im kommenden Januar nicht stattfinden wird. Stattdessen werden die begehrten Sets online angeboten: Es handelt sich um zweimal 200 Milliliter: Einmal gibt es einen ungetorften Baltach Single Malt, der erst in Ex-Sherry-Fässern und kurz vor Abfüllung erneut 2,5 Monate in ein Fass umgelagert wurde, in dem zuvor Tonka-Gin lagerte. Beim zweiten Exemplar handelt es sich um einen getorften St. Kilian Single Malt, der erst in einem Ex-Agricole- und dann im Tonka-Fass lagerte. Das Set kostet 40 Euro und gibt es hier.

Biestig und Bio: Sechs spannende Whiskys für den Herbst
© Hersteller/PR

Bowmore 18: Unverwechselbar aus Islay

Und zum Schluss ein Klassiker: Die Bowmore-Brennerei wurde 1779 gegründet und ist eine der ältesten der schottischen Insel Islay, die unter Whisky-Liebhaber*innen geradezu Kultstatus genießt. Das Etikett und der Name dieses Whiskys deuten es bereits an: Er reifte 18 Jahre, zum Einsatz kamen Oloroso-Sherryfässer. Diese spanische Sherry-Sorte ist bekannt für ihre würzigen und zugleich trockenen Aromen.

Dieser Whisky ist mittelstark getorft, sodass die Nase nicht sofort von kaltem Rauch erschlagen wird. Stattdessen erlebt man am Gaumen ein interessantes Wechselspiel aus fruchtiger Süße und dezentem Rauch. Diese unverwechselbare Kombination macht den Bowmore 18 zu einem der komplexeren Exemplare von Islay. Der Mix aus Früchten, Rosinen und Rauch trifft auf die Bitterkeit grünen Tees. Da der Whisky auf angenehme 43 Volumenprozent verdünnt wurde, kann man sich hier auch als Einsteiger heranwagen. 70 Euro sind nicht wenig, für einen 18-Jährigen aber durchaus erschwinglich, zumal er ein gutes Gesamtpaket bietet.

Whisky

Lesen Sie auch:

Buch von Stephan Hinz: Diese Cocktails sind beinahe Kunst

Berliner Brandstifter: Wodka darf wieder schmecken

Biersommeliere verrät: Diese Biere muss man kosten

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier.


Mehr zum Thema



Newsticker