Atommülltransport Castor erreicht Dannenberg


Der zehnte Castor-Transport hat die Verladestation Dannenberg erreicht. Durch mehrere Protestaktionen war der Atommülltransport mehrfach aufgehalten worden.

Begleitet von lautstarken Protesten hat der Castortransport mit radioaktivem Müll am Sonntagnachmittag Dannenberg erreicht. Dort sollen die zwölf Behälter auf Lastwagen umgeladen werden. Der Straßentransport zum Atommüllzwischenlager Gorleben ist für Montag geplant.

Auf dem letzten Teilstück zwischen Lüneburg und Dannenberg gelang es Atomkraftgegnern, den Zug vorübergehend zu stoppen. An mehreren Stellen gelangten Umweltschützer an den Polizeisperren vorbei auf die Gleise. Mitglieder der Umweltorganisation Robin Wood kletterten auf Bäume und spannten ein Seil über die Schienen. Polizisten drängten die Demonstranten mehrfach von den Schienen ab. Mehrere Demonstranten wurden in Gewahrsam genommen. Die letzten Kilometer kam der Zug nur im Schritttempo voran.

In der Nähe von Dannenberg besetzten mehrere hundert Atomgegner unterdessen die beiden zum Zwischenlager Gorleben führenden Straßen. Die Polizei schritt zunächst nicht ein. "Wir können die Sitzblockade notfalls 24 Stunden lang aufrecht erhalten", sagte Jens Magerl, einer der Organisatoren. An zahlreichen weiteren Protestaktionen im Kreis Lüchow-Dannenberg beteiligten sich am Sonntag Hunderte Menschen.

Am späten Samstagabend hatten sich etwa zehn Demonstranten bei Oftersheim (Rhein-Neckar-Kreis) auf die Schienen gestellt. Die Bundespolizei nahm sie vorübergehend in Gewahrsam. Nach Angaben der Castor-Gegner wurde der Atommüllzug dadurch eine Stunde aufgehalten. Eine weitere halbstündige Zwangspause habe es durch eine Protestaktion in Darmstadt-Kranichstein gegeben.

An dem Zwischenlager hatten am Samstag rund 5.000 Atomkraftgegner gegen den Transport, gegen ein Endlager Gorleben und für den sofortigen Atomausstieg demonstriert. An der Demonstration beteiligten sich auch 200 Landwirte mit ihren Traktoren. In den Abendstunden blockierten Bauern mit Treckern und mehrere hundert AKW-Gegner eine Straßenkreuzung in Metzingen westlich von Dannenberg. Dabei wurden Strohballen auf der Straße angezündet. Die Protestveranstaltung löste sich in der Nacht auf.

AP/DPA/Reuters AP DPA Reuters

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