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Castor-Transport erreicht Gorleben: Der Teuerste, der Längste, der Letzte

Der letzte Castor aus Frankreich hat noch einmal Rekorde gebrochen. Kein Transport war länger unterwegs, keiner kostete den Staat mehr. Die Gegner jubeln.

Unter heftigem Protest von Atomkraftgegnern ist der Castor-Transport nach mehr als fünf Tagen Fahrt im Zwischenlager Gorleben angekommen. Der Lkw-Konvoi mit hoch radioaktivem Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague erreichte am Montagabend sein Ziel. Die Fahrt, die zum Großteil auf der Schiene zurückgelegt worden war, musste wegen des Widerstands Tausender Atomkraftgegner und spektakulärer Protestaktionen immer wieder unterbrochen werden. Noch nie war ein Castor-Transport so lange in das umstrittene Zwischenlager im Wendland unterwegs, das zum Symbol für den Protest gegen die Atomkraft geworden ist.

Geschützt von Tausenden Polizisten hatte der Konvoi von Dannenberg aus die letzten 25 Kilometer auf der Landstraße zurückgelegt. Die tonnenschweren Spezialbehälter waren dafür von Eisenbahnwaggons auf Tieflader gehoben worden. Den Weg von der Normandie nach Niedersachsen waren die Metallcontainer auf der Schiene transportiert worden.

Noch am Nachmittag und am frühen Abend hatte die Polizei unter anderem Sitzblockaden nahe Gorleben und dem Dorf Laase geräumt. Atomkraftgegner warfen den Einsatzkräften ein überzogenes und unverhältnismäßiges Vorgehen vor. Mehrere Personen seien ins Krankenhaus gebracht worden. Die Polizei hatte dagegen nach eigenen Angaben zunächst keine Informationen über Verletzte. Einem Sprecher zufolge versperrten allein bei Laase 300 Menschen und sieben Trecker die Strecke. Zudem musste die Polizei mehrere brennende Strohballen löschen.

Mitglieder der Umweltschutzorganisation Robin Wood kletterten direkt an der Transportstrecke auf Bäume, um gegen den Transport zu protestieren. Greenpeace-Aktivisten ketteten sich in Klein Gusborn auf einer der beiden möglichen Streckenrouten an einen Betonblock, der in der Straße verankert war.

Am Mittwoch vergangener Woche war der Transport um 16.00 Uhr in Valognes gestartet. In der Nacht zum Montag kam der Castor-Zug mit den elf Behältern in Dannenberg an. Zuvor hatte die Polizei wenige Kilometer vor dem Verladebahnhof eine Sitzblockade von rund 800 Atomkraftgegnern aufgelöst. Davor hatten eine Frau und drei Männer nach 14 Stunden eine Blockade der Schienen beendet. Sie hatten sich mit einer Betonpyramide im Gleisbett festgekettet.

Der 13. Castor-Transport nach Gorleben ist der letzte aus La Hague. Der Atommüll fiel bei der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken an. Deutschland ist verpflichtet, ihn zurückzunehmen.

jwi/DPA/Reuters / DPA / Reuters