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Das Wendland rüstet sich: Castor wird rollfertig gemacht

In knapp zehn Tagen soll der letzte Castortransport aus Frankreich im Wendland ankommen. Während in der Wiederaufbereitungsanlage La Hague die ersten Behälter verladen werden, machen die Atomkraftgegner mobil.

Die Vorbereitungen für den letzten Castor-Transport, der in zehn Tagen von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben rollen soll, haben begonnen. Die Betreiberfirma Areva habe angefangen, die Behälter von La Hague zum 35 Kilometer entfernten Verladebahnhof in Valognes zu bringen, teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Montagabend mit. Drei der elf Behälter, die am 24. November ihren Weg ins niedersächsische Gorleben antreten sollen, befänden sich bereits in Valognes.

Wie bei den zwölf vorangegangenen Transporten nach Gorleben planen auch in diesem Jahr wieder mehrere Initiativen Blockaden der Schienen- und Straßenstrecke. 2010 hatten unter dem Eindruck der Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke in Deutschland mehr Menschen als je zuvor gegen den Transport protestiert. Bis zu 50.000 Demonstranten sorgten dafür, dass der Transport fünf statt der geplanten vier Tage dauerte, länger als jemals zuvor. Die Polizei setzte damals fast 20.000 Beamte ein.

Proteste werden den Zug begleiten

Französische Atomgegner haben bereits Proteste entlang der Schienen angekündigt. Eine zentrale Großkundgebung soll am Vorabend des Starts in Valognes stattfinden. Greenpeace fordert ein Ende der Erkundung des Atommüll-Endlagers in Gorleben und hatte bereits vor einer Woche mit ersten Protestaktionen begonnen. Die französischen Behörden haben sich in der Vergangenheit bei ähnlichen Transporten mit Hinweis auf die Proteste öffentlich nicht zu Routen oder Sicherheitsvorkehrungen geäußert.

Nach Greenpeace-Angaben soll der Transport aber am 24. November um 14.20 Uhr von Valognes ins niedersächsische Wendland starten. Zwei Tage später ist dort eine Großdemonstration geplant.

Im oberirdischen Gorlebener Zwischenlager stehen bereits 102 Castoren, nur wenige hundert Meter weiter wird der Salzstock auf seine Eignung als Endlager erkundet.

hw/DPA/AFP / DPA