Zweiter Arbeitsmarkt Mit 17 weigerte sich Katrin Langensiepen, in einer Werkstatt für Behinderte zu arbeiten. Heute kämpft sie gegen die Einrichtungen

Katrin Langensiepen
Katrin Langensiepen ist eine der wenigen Europaabgeordneten mit einer sichtbaren Behinderung. Sie fordert die Abschaffung des Werkstattsystems für Menschen mit Behinderung in Europa
© Maximilian Mann/stern
Ab Oktober gilt für alle Menschen in Deutschland ein Mindestlohn von zwölf Euro – außer, sie arbeiten in einer Werkstatt für Behinderte. Die Geschichte dreier Menschen, die wollen, dass sich etwas ändert. Doch wie soll dies gehen?

Vom 1. Oktober an haben alle Menschen in Deutschland das Recht auf einen Mindestlohn von zwölf Euro in der Stunde. Die SPD und ihr Arbeitsminister Hubertus Heil feiern dessen deutliche Erhöhung mit dem Slogan "Respekt vor guter Arbeit".

Nur stimmt der erste Satz dieses Textes nicht. In Deutschland wird es auch nach dem 1. Oktober 320.000 Menschen geben, die arbeiten, aber dafür nicht mehr als 1,35 Euro bekommen. Sie sind in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt und gelten nicht als echte Arbeitnehmer. Denn der Hauptzweck ihrer Beschäftigung ist es nicht, eine wirtschaftlich verwertbare Leistung zu erbringen. Deshalb haben sie kein Anrecht auf den Mindestlohn.

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