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Missbrauch von Ureinwohnern Papst Franziskus beginnt "Pilgerreise der Buße" nach Kanada


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Fünf Tage lang bereist Papst Franziskus Kanada – auf besonderer Mission: Es wird erwartet, dass Franziskus bei den Ureinwohnern Kanadas um Vergebung für Missbrauch, Erniedrigung und Gewalt durch die katholische Kirche bittet.

Sehen Sie im Video: Papst Franziskus bricht zu Kanada-Reise auf, um sich bei Ureinwohnern zu entschuldigen.

Papst Franziskus ist am Sonntag zu einer fünftägigen Reise nach Kanada aufgebrochen. Grund für seine 37. Auslandsreise ist ein Besuch bei den Ureinwohnern Kanadas. Es wird erwartet, dass Franziskus bei ihnen um Vergebung für Missbrauch, Erniedrigung und Gewalt bittet, die in einst von der katholischen Kirche geführten Internaten begangen wurden. Franziskus, der als erster Papst seit fast 20 Jahren Kanada besuchen wird, hatte von einer "Pilgerreise der Buße" gesprochen. Seit dem vergangenen Jahr wurden in Kanada auf dem Gelände mehrerer katholischer Internate die Überreste hunderter indigener Kinder gefunden. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1990er Jahre waren in Kanada rund 150.000 Kinder von Ureinwohnern und gemischten Paaren von ihren Familien und ihrer Kultur getrennt und in kirchliche Heime gesteckt worden. Viele wurden von Lehrern und Schulleitern misshandelt oder sexuell missbraucht. Der Erzbischof von Edmonton, Richard Smith, sagte: "Es ist also in erster Linie eine Pilgerreise. Es ist kein feierlicher Besuch, es ist eine Pilgerfahrt, es ist eine Reise, auf der wir mit den indigenen Völkern diesen Weg der Heilung und Versöhnung gehen wollen. Aber der Papst ging noch weiter und sprach von einer Bußwallfahrt. Er ist zutiefst ergriffen von der Tatsache, dass in der Vergangenheit schreckliche Dinge geschehen sind, die in vielen Fällen von Menschen begangen wurden, die Vertreter der Kirche waren. Es handelt sich also um eine schreckliche Sache, die bei ihm Scham und Empörung ausgelöst hat." Überlebende und Anführer indigener Gemeinschaften fordern unter anderem eine finanzielle Entschädigung für das entstandene Unrecht. Franziskus ist in Kanada persönlich sehr beliebt, insbesondere bei den Katholiken, die laut der letzten Volkszählung 32 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Die Eintrittskarten für seine kostenlosen Veranstaltungen waren innerhalb von Minuten vergriffen. Es ist geplant, dass der 85-jährige Papst neun Predigten und Ansprachen halten und zwei Messen lesen wird.


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