Die Titel-Sehnsucht der Adler Mannheim wächst weiter. Während die Eisbären Berlin ihre zwölfte Meisterschaft in der Deutschen Eishockey Liga ausgelassen vor den lautstark pfeifenden Fans der Adler feierten, standen die Mannheimer Spieler mit gesenkten Köpfen im Hintergrund. Die Hoffnung auf ein historisches Comeback nach einem 0:3-Rückstand in der Finalserie ist dahin, Mannheim wartet weiter auf den ersten Triumph seit 2019.
"Es tut uns weh, dass wir den Fans den Titel nicht schenken konnten", sagte Kapitän Marc Michaelis im MagentaSport-Interview. Dennoch sei er sehr stolz darauf, Mannheimer zu sein und für die Adler zu spielen.
Nach vier deutlichen Niederlagen und nur einem Sieg nach Verlängerung in Spiel vier bleibt den Adlern bloß die Rolle der Gratulanten. "Es ist extrem bitter, ein Finale zu verlieren", sagte Tom Kühnhackl, zweimaliger Stanley-Cup-Sieger mit den Pittsburgh Penguins. "Trotzdem hat die Mannschaft über die ganze Saison gezeigt, dass sie nie aufgibt und immer bis zum Schluss kämpft - egal, wie es steht."
Alles versucht
Auch im letztlich entscheidenden fünften Duell probierten die Hausherren alles, agierten in der Schlussphase ohne Torwart. Doch es sprang nur ein Tor am Ende heraus - einmal mehr zu wenig, um die Eisbären ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.
"Die Enttäuschung ist natürlich riesig, weil die Jungs so hart gearbeitet haben und es über die komplette Saison sehr viel Spaß gemacht hat", sagte Stürmer Alexander Ehl. "Auf die Leistung in den Playoffs können wir stolz sein, auch wenn das jetzt noch schwer ist, das so zu sehen."
Neue Club-DNA dank Eakins
Nach fünf vergeblichen Anläufen schafften es die Adler mal wieder über das Halbfinale hinaus. In der Saison 2019/20 wurde die Spielzeit zudem wegen der Corona-Pandemie abgebrochen. Nun hat Trainer und Sportmanager Dallas Eakins seiner Mannschaft und dem Club eine neue DNA vermittelt - nur die Krönung blieb aus - zumindest vorerst.
Von der Erfahrung, über die Serienmeister Berlin seit Jahren verfügt, könne sein Team künftig profitieren, glaubt Eakins. "Ein Finale zu spielen, vermittelt dir Wissen und Erfahrung", sagte er. "Ich finde, wir sind gut mit unseren Emotionen umgegangen. Aber es gibt Kleinigkeiten, die wir verbessern müssen, um den nächsten Schritt zu gehen."
Schütz-Ausfall wiegt schwer
Besonders traf die Adler in der entscheidenden Phase die Verletzung von Leistungsträger Justin Schütz. Durch den Ausfall des Nationalspielers, der nach Informationen des "Mannheimer Morgen" auch für die WM in der Schweiz nicht zur Verfügung stehen wird, ging den Mannheimern die Effizienz flöten.
In der kommenden Saison werden die Adler einen neuen Anlauf nehmen - mit einem nahezu unveränderten Aufgebot. "Eine gewisse Kontinuität bei deinen Spielern zu haben, ist wichtig. Nach einer Finalniederlage alles umzukrempeln, ist nicht klug", sagte Eakins. "Es gibt natürlich auch eine Menge zu tun, aber wir haben einen tollen Kern." Die Adler haben zweifelsohne den nächsten Schritt gemacht, der letzte fehlt ihnen jedoch noch.