Julian Schuster suchte keine Ausreden. Die Gründe für das 2:3 beim Hamburger SV im vorletzten Saisonspiel der Fußball-Bundesliga wollte der Trainer des SC Freiburg nicht in dem erfolgreichen Kraftakt beim Einzug in das Finale der Europa League drei Tage zuvor sehen.
"Losgelöst davon, was unter der Woche war, wollen wir auch ein paar Tage später eine andere Leistung zeigen", sagte er. "Das haben wir leider nicht getan." Es wäre zu einfach, "das auf eine mögliche Müdigkeit oder sonst irgendetwas zu schieben".
Ernüchterung nach dem größten Erfolg in der Vereinsgeschichte
Noch am Donnerstag hatten Schuster und die Mannschaft den größten Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert. Durch das 3:1 gegen Sporting Braga zogen sie in das Endspiel am 20. Mai in Istanbul gegen Aston Villa ein. Ein Sieg dort wäre gleichbedeutend mit einem Start in der Champions League in der kommenden Saison.
In Hamburg hatten die Breisgauer mit einem Sieg die Chance, über die Bundesliga vorzeitig einen Platz in einem Europapokal-Wettbewerb zu ergattern. "Wir wollen das erreichen, was möglich ist, und wenn es der siebte Platz ist, dann ist es der siebte Platz. Und dann ist mir auch egal, was für ein Wettbewerb das ist", sagte Doppel-Torschütze Igor Matanovic.
Der siebte Rang berechtigt zur Teilnahme an der Conference League. Im Kampf um diesen Platz liegen die Freiburger mit 44 Punkten knapp vor den Konkurrenten Eintracht Frankfurt und FC Augsburg (beide 43). Ein Sieg am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Saisonfinale gegen RB Leipzig würde die definitive Qualifikation für Europa bedeuten.
Mehr Zeit für die Vorbereitung
Immerhin stehen die Breisgauer diesmal nicht vor einer Englischen Woche. "Es tut wirklich gut, mal eine normale Woche zu haben", sagte Matanovic. "Weil du dann nicht nur regenerieren kannst, sondern weil du auch Trainingseinheiten hast, in denen du an Punkten arbeiten kannst, die diesmal nicht geklappt haben."
Das Finale in Istanbul hat er aber schon im Kopf. "Ich würde ja lügen, wenn man nicht schon davon geträumt hat, dass man den Pokal in den Händen hält", sagte der Stürmer. "Es ist ein Riesentraum, und das ist auch gut, dass es so ist." Die Mannschaft hätte sehr gute Arbeit geleistet, um da zu sein, wo sie jetzt sei. "Und wir können wirklich sehr, sehr stolz auf uns sein."