Beteiligungsbericht 2025 Bayerns Messen und Spielbanken auf Rekordkurs

Die Delle der Corona-Pandemie bei Starts- und Landungen ist an den bayerischen Flughäfen längst vergessen. (Illustration) Foto:
Die Delle der Corona-Pandemie bei Starts- und Landungen ist an den bayerischen Flughäfen längst vergessen. (Illustration) Foto
© Malin Wunderlich/dpa
Der Freistaat ist an einer breiten Palette von Unternehmen beteiligt. Die aktuellen Krisen und deren wirtschaftliche Folgen sind zwar herausfordernd, trüben das Ergebnis aber nicht. Im Gegenteil.

Trotz der großen wirtschaftlichen Unsicherheiten im Land sind Bayerns Flughäfen, Spielbanken, Messen und andere Beteiligungen des Freistaats auf Erfolgs- und teilweise sogar auf Rekordkurs. Das berichtete Finanzstaatssekretär Martin Schöffel (CSU) im Haushaltsausschuss des Landtags. Die Beteiligungen des Freistaats seien, wie alle Unternehmen, von der generellen wirtschaftlichen Unsicherheit und den geopolitischen Krisen mehr oder weniger betroffen – sie seien aber allesamt gut aufgestellt. Bei den Messen und Spielbanken habe man sogar absolute Rekordjahre verzeichnet. 

Flughäfen aus Wachstumskurs

"Die bayerischen Flughäfen sind weiterhin auf Wachstumskurs", berichtete Schöffel. Die Airports erholten sich auch schneller von den Folgen der Corona-Krise als andere deutsche Flughäfen – es gebe allerdings immer noch Unsicherheiten. So bleibe das Verkehrswachstum in Deutschland hinter dem in anderen europäischen Ländern deutlich zurück. Dennoch: Der Flughafen München verzeichnete laut Schöffel im Jahr 2025 rund 43,4 Millionen bei rund 337.000 Flugbewegungen – nach rund 41,6 Millionen Passagieren im Jahr zuvor. Hauptwachstumstreiber sei wieder der Langstreckenverkehr gewesen.

Der Flughafen Nürnberg liege mit 4,5 Millionen Passagieren im Gesamtjahr 2025 über dem Vor-Corona-Niveau. Gleichwohl seien die finanziellen Rahmenbedingungen "durchaus schwierig". Absehbar sei dort noch mit negativen Jahresergebnissen zu rechnen, sagte Schöffel. "Der operative Flughafenbetrieb wird laut Prognosen weiterhin profitabel sein. Das negative Jahresergebnis und die Kapitalbedarfe kommen größtenteils aus den Kosten für Sanierung und Instandhaltung", erklärte er. Weitere Unterstützungsleistungen aus dem staatlichen und dem städtischen Haushalt seien in den nächsten Jahren deshalb nicht ausgeschlossen, aber auch nicht geplant.

Messen mit Rekordergebnissen

Die Nürnberger Messe hatte 2024 ihren 50. Geburtstag gefeiert, und das laut Schöffel mit einem Rekordumsatz von 368 Millionen Euro. In diesem Jahr werde wiederum ein "sehr guter" Umsatz von rund 350 Millionen Euro erwartet.

Die Messe München blickt bereits auf 60 Jahre Geschäftsbetrieb zurück. Sie erwarte nach Hochrechnungen für 2025 das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte insgesamt, berichtete Schöffel, und zwar mit einem Rekordumsatz im Konzern von rund 600 Millionen Euro. Und es sei mit einem Rekordergebnis von rund 100 Millionen Euro zu rechnen. "Ein Mega-Messe-Jahr mit acht von zwölf Weltleitmessen am Standort München", sagte er.

Erfolgreiche Spielbanken

"Die bayerische Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung ist ebenfalls auf Erfolgskurs", sagte Schöffel. So hätten die bayerischen Spielbanken 2024 mehr als 129 Millionen Euro Bruttospielertrag und 2025 mit rund 139 Millionen Euro den höchsten Bruttospielertrag seit ihrem Bestehen erzielt. Rund 723.000 Gäste besuchten demnach 2025 die Spielbanken, das ist ein deutliches Plus von fast 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Staatshaushalt profitiere davon spürbar: Rund 500 Millionen Euro Lotteriesteuer, Gewinnabführung und Spielbankabgabe seien 2025 geflossen. Das Geld werde insbesondere in zusätzliche Leistungen der Sportförderung, Kulturförderung und Denkmalpflege sowie in sonstige gemeinnützige Zwecke investiert, sagte Schöffel. Er versicherte zudem: "Wir wollen uns auf den guten Zahlen nicht ausruhen."

Frauen in Führungspositionen

Die Zahl der Frauen unter Vorständen und Geschäftsführern der staatlichen Beteiligungen hat zugenommen: Zum Jahreswechsel waren es laut Schöffel 26 Prozent - nach 21,7 Prozent ein Jahr zuvor. Bei den staatlichen Vertretern in Aufsichtsräten stieg die Frauenquote leicht von 33,1 auf 33,6 Prozent. 

Generelle Entwicklung

Der "Beteiligungsbericht 2025", den Schöffel vorstellte, gibt zum Stichtag 31. Dezember 2024 einen Überblick über die Beteiligungen des Freistaats. Demnach umfasste das staatliche Portfolio insgesamt 55 Unternehmen in privater Rechtsform, neun Staatsbetriebe sowie drei Anstalten des öffentlichen Rechts. Zu den Beteiligungen gehören viele bekannte Traditionsunternehmen wie die staatlichen Brauereien, das Hauptmünzamt, das Hofbräuhaus und die Seenschifffahrt. In seinem mündlichen Bericht im Haushaltsausschuss ging Schöffel aber auch schon auf aktuelle Entwicklungen im Jahr 2025 ein.

dpa

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