Berliner Nahverkehr
BVG: Sprechanlage und Notbremse helfen bei Gefahr

Beim Ziehen der Notbremse in der Tram stoppt das Fahrzeug sofort ab. Foto: Christophe Gateau/dpa
Beim Ziehen der Notbremse in der Tram stoppt das Fahrzeug sofort ab. Foto
© Christophe Gateau/dpa
Wie verhalte ich mich bei einem Notfall in der Straßenbahn? Fahrgäste können die Notbremse ziehen und den Fahrer oder die Fahrerin über eine Sprechanlage alarmieren. Was sie beachten müssen.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ermutigen ihre Fahrgäste, in Notsituationen in der Straßenbahn die Gegensprechanlage oder gar die Notbremse zu nutzen. Beide Vorrichtungen befinden sich stets an jeder Eingangstür des Fahrzeugs, wie das Unternehmen bekräftigte. Über die Sprechanlagen wird ein direkter Kontakt zur Fahrerin oder dem Fahrer aufgebaut. Im Falle einer Straftat können diese bei der Leitstelle unmittelbar veranlassen, dass Videoaufnahmen gesichert werden. 

Die Notbremse zu betätigen schaffe jeder, betonte Thorsten Franz, seit 41 Jahren Straßenbahnfahrer bei der BVG und Fahrlehrer. An den entsprechenden Plätzen gebe es auch barrierefreie Sprechanlagen, die etwa von Rollstuhlfahrern erreicht werden können.

Beim Ziehen der Notbremse stoppt das Fahrzeug sofort ab – anders als in der U-Bahn, die bis zur nächsten Station weiterfährt. Sorgen machen müssen sich Fahrgäste aber nicht. Die Tram stoppt seicht genug ab, so dass es innerhalb des Fahrzeugs nicht zu zusätzlichen Unfällen kommt. 

Einmal pro Woche wird die Notbremse durchschnittlich getätigt

Über die automatisch aktivierte Bildübertragung der jeweiligen Kamera und die Sprechstelle kann sich der Fahrer bereits in der Kabine ein Bild der Lage machen. Im Notfall kann er direkt die Leitstelle informieren. Diese koordiniert dann die Hilfsmaßnahmen. 

Der BVG zufolge wird in den Berliner Trambahnen im Schnitt einmal pro Woche von Fahrgästen die Notbremse getätigt. Bei Fehlalarmen werde dabei zwischen Mutwilligkeit und falsch eingeschätzten Notsituation unterschieden. Ersteres passiere praktisch nie, werde aber in Kauf genommen - auch wenn in den Fahrzeugen stets darauf hingewiesen wird, dass die missbräuchliche Nutzung strafbar sei. 

Bei falsch eingeschätzten Notsituationen sollen die Fahrer und Fahrerinnen laut Fahrlehrer Franz Verständnis zeigen. Jeder solle sich ermutigt fühlen, die Notbremse bei Bedarf zu ziehen, betont auch eine BVG-Sprecherin. 

Ein neues Erklärvideo auf der BVG-Internetseite zeigt, wie Fahrgäste im Notfall Hilfe holen können. In Zukunft soll es per QR-Code in den Trams aufrufbar sein.

dpa