Ein Kreuz mit Geschichte Hobby-Archäologin entdeckt spektakuläres Bronze-Radkreuz

Das gefundene Kreuz passt exakt zu einer bereits vor mehr als 40 Jahren in Spandau gefundenen Gussform. Foto: Soeren Stache/dpa
Das gefundene Kreuz passt exakt zu einer bereits vor mehr als 40 Jahren in Spandau gefundenen Gussform. Foto
© Soeren Stache/dpa
Juliane Rangnow hat sich einen Traum erfüllt - und damit dem Land Brandenburg einen besonderen archäologischen Fund beschert. Was sie entdeckte und warum die Begeisterung groß ist.

Eine Hobby-Archäologin hat im westlichen Havelland ein außergewöhnliches Bronze-Radkreuz aus dem 10. oder 11. Jahrhundert entdeckt. "Dieser Fund ist in mehrfacher Hinsicht spektakulär", sagte Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) bei der Vorstellung des Kreuzes in Potsdam. "Er passt exakt zu einer Gussform, die bereits vor mehr als 40 Jahren gefunden wurde – das ist einzigartig für einen archäologischen Fund aus dieser Zeit."

Entdeckt wurde das Kreuz von der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerin Juliane Rangnow. Sie gehört damit zu den rund 350 ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerinnen und -pflegern des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums (BLDAM). Seit der Kindheit habe Rangnow davon geträumt, Archäologin zu werden – mittlerweile hat sie sich den Traum zumindest in ihrer Freizeit erfüllt. 

"Eine Brücke in die Vergangenheit"

"Ein solches Fundstück in der Hand zu halten, ist wie eine Brücke in die Vergangenheit", sagte sie. Wenn sie einen Gegenstand in den Händen halte, von dem sie wisse, dass ihn zuletzt jemand vor Hunderten von Jahren in den Händen hielt, finde sie das sehr spannend. "Man fragt sich: Wie hat derjenige wohl gelebt? Wie hat er geliebt, gelitten, Sorgen gehabt, Freuden gehabt vor hunderten Jahren?"

Neben dem Kreuz kamen weitere Funde aus dem 10. und 11. Jahrhundert zutage, darunter Münzen, Schmuckfragmente und Waffen. Nach Restaurierung und Vermessung konnte das BLDAM die Übereinstimmung der Gussform nachweisen, die 1983 bei Ausgrabungen auf dem slawischen Burgwall in Berlin-Spandau gefunden worden war.

Nach Einschätzung der Archäologen belegt das Kreuz weiträumige Kulturkontakte und die Verbreitung christlicher Symbole vor dem Slawenaufstand von 983. Die Gussform gelte als einer der ältesten archäologischen Hinweise auf das Christentum zwischen Elbe und Oder.

Im Land Brandenburg gibt es mehr als 40.000 archäologische Fundplätze. Jedoch sei es nicht erlaubt, dass Bürgerinnen und Bürger einfach losgingen und gezielt nach Artefakten suchten, erklärte Schopper. Dafür brauche es Genehmigungen und Schulungen. 

Das Radkreuz und die zugehörige Gussform sind vom 24. Januar bis zum 11. März 2026 im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg an der Havel zu sehen.

dpa