Freizeit
Senatorin will über Mehrfachkarten für Schwimmbäder reden

Die Preise für Berliner Schwimmbäder sind ein vieldiskutiertes Thema. (Symbolbild) Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Die Preise für Berliner Schwimmbäder sind ein vieldiskutiertes Thema. (Symbolbild) Foto
© Bernd von Jutrczenka/dpa
Wut über teurere Schwimmbad-Tickets: Warum der Wegfall der beliebten Mehrfachkarten so viele Berliner aufregt und was die Sportsenatorin darüber denkt.

Sport- und Innensenatorin Iris Spranger sieht beim Thema Eintrittspreise für Berlins Schwimmbäder noch Gesprächsbedarf. Die Berliner Bäderbetriebe hatten in den Vorjahren eine Mehrfachkarte im Angebot, bei der 20 Eintritte ins Freibad zuletzt 80 Euro kosteten. In dieser Saison gibt es diese Möglichkeit nicht mehr. "Wir werden uns das im Aufsichtsrat nochmal sehr genau anschauen", sagte Spranger bei der jüngsten Sitzung im Landesparlament. Die SPD-Politikerin ist bei den landeseigenen Bäderbetrieben Aufsichtsratsvorsitzende. 

Die Mehrfachkarten hatten den Vorteil, das Baden zum einen etwas günstiger zu machen, zum anderen den Weg ins Schwimmbad an der Kasse vorbei abzukürzen. Die Bäderbetriebe haben inzwischen ein digitales Abo-Modell eingeführt, das für Menschen, die regelmäßig schwimmen gehen, diese Vorteile auch bietet, allerdings bei weniger Ermäßigungen. 

So gibt es zum Beispiel ein neues Abo für 38 Euro Monat, das beliebig viele Eintritte in Hallen- und Freibäder erlaubt oder ein anderes namens Abo-Basis-Tarif für 30 Euro, das zwei Bäderbesuche pro Woche erlaubt. 

Ein Tagesticket kostet bis zu 7 Euro  

Für einen Einzeleintritt in ein Freibad sind je nach Kategorie - es gibt drei davon - 6 bis 7 Euro für ein Tagesticket zu bezahlen. Im Hallenbad zahlen Badegäste je nach Bäderkategorie schon für 90 Minuten bis zu 6 Euro. So viele Sparmöglichkeiten wie zuvor gibt es nicht mehr. Die aktuellen Tarife bewerben die Bäderbetriebe unter dem Motto "transparent und fair".

"Die Bäderbetriebe haben das so begründet, dass sie in den letzten zehn Jahren keine Erhöhungen der Eintrittspreise gemacht haben", sagte Spranger im Abgeordnetenhaus. Abgesehen davon sind die Kosten über die Jahre deutlich gestiegen. 

Grünen-Abgeordnete Antje Kapek berichtete, sie habe selten zu einem Thema so viel Wut in der Bevölkerung zu spüren bekommen wie zu diesem. Spranger zeigte Verständnis: "Die Wirtschaftlichkeit gerade für Menschen, die wenig Geld haben, ist nicht ganz nachzuweisen, das sehe ich genauso wie Sie", erklärte die SPD-Politikerin. Sie werde sich dafür einsetzen, über die Mehrfachkarten noch einmal zu sprechen.

"Nicht nur Sie haben entsprechende Anfragen bekommen, auch ich selbstverständlich als Aufsichtsratsvorsitzende. Und deshalb werde ich mir das nochmal anschauen." Schon am Freitag werde das im Sportausschuss und auch im Unterausschuss Beteiligungen ein Thema sein.

dpa