Das Deutsche Historische Museum in Berlin gibt ein Gemälde zurück, das 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone bei einer Enteignung beschlagnahmt wurde. Das Porträt des Historikers Leopold von Ranke (1795-1886) sei nun an die Familie von der Schulenburg zurückgegeben worden, teilte das Museum (DHM) in Berlin mit. Das Ölgemälde des Künstlers Adolf Jebens stammt von 1876.
Das Bild sei früher im nationalen Geschichtsmuseum der DDR gewesen - dem Museum für Deutsche Geschichte, hieß es in der Mitteilung. Es stamme aus dem Inventar des Schlosses Lodersleben in Querfurt (Sachsen-Anhalt).
"Schloss Lodersleben war 1945 im Rahmen der Bodenreform von der Familie von der Schulenburg enteignet worden", erklärte das Museum. Ein kleiner Zettel auf der Rückseite lieferte den Hinweis auf die Herkunft des Gemäldes.
Deutsche Museen klären Herkunftsgeschichten
"Für das DHM ist es ein wichtiges Anliegen, die Eigentumsverhältnisse und die Umstände der Erwerbung von Objekten in der Zeit der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR systematisch auf Enteignung hin zu überprüfen", teilte Museumsleiter Raphael Gross mit.
Deutsche Museen versuchen seit längerem, die Herkunftsgeschichte ihrer Objekte aufzuklären. Bei der sogenannten Provenienzforschung geht es etwa auch um die Frage, ob Kunstwerke im Nationalsozialismus jüdischen Besitzern geraubt wurden und an die Erben zurückgegeben werden können.