Kinderschutz Brandenburgs Schülerrat gegen Social-Media-Verbot

Der Landesschülerrat Brandenburg wendet sich gegen ein Verbot sozialer Medien. (Symbolbild) Foto: Elisa Schu/dpa
Der Landesschülerrat Brandenburg wendet sich gegen ein Verbot sozialer Medien. (Symbolbild) Foto
© Elisa Schu/dpa
Australien hat es schon, einige Parlamente europäischer Länder haben dafür gestimmt: ein Verbot sozialer Medien für Kinder. Was sagen Schüler in Brandenburg dazu?

Die Brandenburger Schülerinnen und Schüler sehen ein Social-Media-Verbot kritisch. "Soziale Medien gehören zum Alltag junger Menschen", teilte der Landesschülerrat mit. "Sie sind Kommunikationsraum, Informationsquelle und Teil gesellschaftlicher Teilhabe. Ein pauschales Verbot würde Jugendlichen diese Räume entziehen." Zugleich würden sie nicht lernen, mit digitalen Medien verantwortungsvoll umzugehen. "Die Nutzung würde sich in andere, weniger kontrollierbare Bereiche verlagern." Landesschülersprecher Jakob Stamm forderte mehr Medienbildung.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche ebenfalls kritisch. Die Diskussion sei wichtig, ein Verbot könne aber nicht alle Probleme lösen, hatte Woidke der "Märkischen Allgemeinen" gesagt. "In der Debatte muss es auch um die Verbesserung der Medienkompetenz gehen." Er setzt auf Vorschläge von Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU).

Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 in Australien

Das britische Oberhaus hatte für das Aus von Social Media für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren gestimmt. Die französische Nationalversammlung beschloss ein Nutzungsverbot sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. In Australien gilt ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 16, fast fünf Millionen Accounts wurden gelöscht.

dpa